24 Jahre sind genug: Eisläufer Daniel Wende beendet seine Karriere

Daniel Wende hat seine Eiskunstlauf-Karriere beendet. 24 Jahre stand der gebürtige Essener, der inzwischen in Oberstdorf wohnt, als Aktiver auf den Kufen. Mit seinen Partnerinnen Rebecca Handke und Maylin Hausch, die seit dem vergangenen Jahr auch seine Ehefrau ist, hat er an Welt- und Europameisterschaften sowie zweimal an Olympischen Winterspielen teilgenommen, 2010 und 2012 wurden Hausch/Wende Deutscher Meister im Paarlauf. Nach zwei Bandscheibenvorfällen hat der 30-Jährige nun einen Schlussstrich gezogen.

Herr Wende, warum beenden Sie ihre aktive Laufbahn?

Wende: Man wird nicht jünger. Ich hatte in der Vergangenheit immer wieder gesundheitliche Probleme, hatte zwei Bandscheibenvorfälle in der Lendenwirbelsäule. Als dann das Angebot kam, in Oberstdorf als Trainer zu arbeiten, habe ich den Entschluss gefasst. Und ich bereue ihn nicht. Die Sache ist gut angelaufen, ich stehe fast mehr in der Eishalle als früher.

Was waren denn die schönsten Momente in Ihrer Karriere?

Wende: Ich bin 24 Jahre Eis gelaufen, da kommt eine Menge zusammen. Highlights waren auf jeden Fall die Olympischen Spiele in Vancouver und in Sotchi mit den ganzen Eindrücken. Beides war völlig unterschiedlich, aber beides war auch genial. Und nach Sotchi waren wir ja auch noch bei der Weltmeisterschaft in Tokio, das war auch klasse.

Gab’s auch bittere Stunden?

Wende: Es ist natürlich bitter, wenn man immer wieder durch Verletzungen gestoppt wird, aber das Schöne überwiegt ganz sicher.

Wie war Ihre Beziehung zu den Preisrichtern?

Wende: Da kann jeder Eisläufer ein Lied von singen… Es kommt immer darauf an, wer im Preisgericht sitzt, ob mehr Osteuropäer oder mehr Amerikaner vertreten sind. Solange ein Sport subjektiv beurteilt wird, ist es schwierig.

Und wie war Ihr Verhältnis zu Ihren Dauer-Konkurrenten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy, die ja einige Medaillen bei internationelen Wettkämpfen gewonnen haben?

Wende: Relativ locker, eigentlich freundschaftlich.  Wir sind ja alle für Deutschland gelaufen. Mit Robin verstehe ich mich sehr gut, auch mit Aljona, die ja auch in Oberstdorf trainiert.

Wie kommen Sie als Kind des Ruhrgebiets in Ihrer neuen Heimat im Allgäu klar?

Wende: Ganz gut, es leben ja viele Zugereiste hier. Mittlerweile haben wir einen großen Freundeskreis.

Kommen Sie noch ab und an nach Essen?

Wende: Meine Familie wohnt ja noch in Essen, deshalb komme ich, so oft ich kann. Ich lass mich gern von meiner Mutter verwöhnen und freue mich manchmal auf eine leckere Currywurst. Essen wird immer meine Heimat bleiben.

Michael Köster

Bild: © hausch-wende

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