Berichte

 

ESPO Jahresbericht der Sportjahre 2012 und 2013

Bei Durchsicht der Jahresberichte der letzten 10 Jahre stößt man immer wieder auf Begriffe wie Haushaltskonsolidierung, Masterplan bzw. Anpassung der Sportinfrastruktur, erfolgreiche Essener Sportlerinnen und Sportler. Sie dominieren diese Berichte. Aber stehen Begriffe wie Haushaltskonsolidierung; Anpassung der Sportinfrastruktur, erfolgreiche Essener Sportlerinnen und Sportler nicht im Widerspruch?

Kein Zeitraum des letzten Jahrzehnts – ja sogar der letzten zwei Jahrzehnte – war frei von Haushaltskonsolidierung. Begriffe wie „Stadt Essen“ und „Finanznot“ sind scheinbar untrennbar miteinander verbunden. Besonders die letzte Ratsperiode war von Einsparvorgaben geprägt und stand augenscheinlich unter dem Motto „ einmal mit Kraft und Schmerzen durch ein tiefes Tal schreiten, danach sieht die Zukunft wieder optimistischer aus“. Unter vorsichtiger Einschätzung scheint diese Annahme aber nicht aufzugehen. Die mühsam gewonnenen Einsparungen neutralisieren sich durch zusätzliche Belastungen (z.B. Abwertung der RWE Aktien). Also kein Ende des tiefen Tals? Wir als Sportler sind zäh, ausdauernd und haben gelernt, mit diesen Belastungen umzugehen. Unsere Strategie der letzten Jahre wurde an die Rahmenbedingungen der Stadt angepasst, ohne jedoch zu resignieren, klein beizugeben und auf die notwendige Unterstützung für den Sport zu verzichten. Es ist nicht das Verschulden der Sportlerinnen und Sportler, dass die Sportinfrastruktur über Jahrzehnte gelitten hat und einer dringenden Revision bedarf. Der überwiegende Teil der Essener Bevölkerung ist sportlich interessiert; über 25 % sind in Sportvereinen organisiert. Also ist das, was wir tun und worin uns Politik unterstützt, für den größten Teil der Essener Bevölkerung von Interesse. Dennoch haben wir nicht nur gefordert, sondern uns aktiv eingebracht und zur Lösung beigetragen. Nur so ist erklärbar, dass trotz der mangelnden Finanzausstattung der Stadt so viel neue Sportinfrastruktur geschaffen werden konnte. Nachdem der ESPO mit Modellen aufgezeigt hat, wie vor dem Hintergrund eines veränderten Sportverhaltens und der demographischen Bevölkerungsentwicklung die Sportinfrastruktur auch in Zeiten knapper Finanzbudgets gestaltet werden kann, haben wir diese Ansätze genutzt, um auch Stadtplanung und Stadtentwicklung aktiv zu unterstützen. So war es nicht einfach, die Sportfreunde in Altendorf davon zu überzeugen, auf ihre traditionelle Sportanlage an der Bockmühle zugunsten eines wichtigen Gewerbebetriebes, Arbeitgebers und Steuerzahlers zu verzichten und der Planung einer neuen Sportanlage im Krupp Park zuzustimmen. Ebenso waren die Vereine in Karnap von der Aufgabe des Schulstandortes Singamberweg betroffen. Der ESPO hat in zahlreichen Gesprächen dafür gesorgt, dass die Sportvereine einen Ersatzstandort erhalten, damit der Weg für das Einkaufszentrum „Neue Mitte Karnap“ frei wurde. Dabei haben wir nicht auf eine 1 zu 1 Ersatzlösung, Turnhalle gegen Turnhalle, bestanden. Dank unserer Idee konnten wir eine tragfähige, innovative und wirtschaftliche Modelllösung anbieten, die letztendlich den Weg für eine Stadtentwicklung frei gemacht hat.

Auch wenn es nicht immer leicht ist, auf gewachsene, liebgewonnene und traditionelle Sportstätten zu verzichten. Überall dort, wo Vereinsentwicklungen Veränderungen erfordern, wollen wir durch Konzentration von Standorten eine positive Ausgangslage erzielen, um diesen Weg fortsetzen zu können. Über die beschriebenen Beispiele hinaus konnten wir dieses Verfahren bei vielen weiteren Standorten positiv anwenden. Damit unterstreichen wir, dass Sport ein aktiver Teil dieser Stadtentwicklung ist. Letztendlich eine Win-win-Situation. Die Stadt profitiert von neuen Entwicklungsflächen und senkt ihre Kosten, der Sport profitiert von neu angepassten Sporträumen, die „kleiner“ aber „feiner“ sind.

In den ersten Berichtsjahren war Skepsis angebracht, ob das Sonderinvestitionsprogramm nur 5 Jahre laufen würde, um dann mangels Finanzausstattung wieder eingestellt zu werden. Zur Erinnerung: Der Masterplan wurde 2006 veröffentlicht. Bis 2017 gibt es bereits Finanzplanungen, in denen das Programm fortgeschrieben wird und darüber hinaus die Sondermittel aus den Konjunkturprogramm II und die Sondermittel für die Instandsetzung der Bäderlandschaft. Daraus leiten wir ab, dass der Weg der Verhandlungen und das Einbringen von innovativen Ideen richtig war. Bei den vielen Diskussionen mit der Politik konnten wir aber auch immer das Engagement der Essener Vereine in die Waagschale werfen und die bezifferbare Leistung für das Allgemeinwohl. Dies hat dazu geführt, dass wir trotz anhaltender schwierigster Finanzlage der Stadt letztendlich einen guten Weg für unsere Vereine beschreiten konnten. Alle positiven Berichte dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir längst noch nicht am Ende angekommen sind. Durch die vielen neuen Sportstätten, insbesondere im Bereich Fußball, ist bei den Vereinen ein hoher Konkurrenzdruck entstanden. Mit Freude blicken wir heute auf die vielen neuen Sportstätten und das vielfältige sportliche Leben auf den Sportanlagen. Viele Anlagen, die kaum angenommen waren und vor sich hindümpelten, sind heute vielgefragte Anlaufstellen für eine aktive Freizeitgestaltung. Die Anlagen und das Vereinsleben sind im wahrsten Sinne des Wortes wieder aufgeblüht. Die Sportvereine, die noch veraltete Sportanlagen haben, merken den Konkurrenzdruck, der von neuen Anlagen ausgeht. Umso verständlicher ist es, dass auch diese Vereine auf die Erneuerung ihrer Anlage drängen, da sie sonst nicht überlebensfähig sind. Leider müssen aber auch wir erkennen, dass die veralteten Anlagen in Gänze nicht so schnell erneuert werden können, wie es sich die Vereine wünschen. Die dazu benötigten Finanzmittel stehen schlichtweg hierfür nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Darüber hinaus wäre die Sanierung von so vielen Sportanlagen in einem kurzen Zeitraum aus logistischen Gründen nicht möglich, da u. a. der Spielbetrieb zusammenbrechen würde. Eine Sportinfrastruktur, die über Jahrzehnte vernachlässigt worden ist, kann nicht in 5 – 10 Jahren umfassend renoviert und modernisiert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle Sporträume im Besitz der Sport- und Bäderbetriebe sind. Sorge bereiten uns die vielen Turn- und Sporthallen, die der Immobilienwirtschaft gehören. Hier haben wir kein direktes Mitsprachrecht und das Sonderinvestitionsprogramm ist dafür nicht hinreichend ausgestattet. In der nächsten Ratsperiode gilt es, die Politik für dieses Thema zu sensibilisieren und die Instandsetzung von Sporträumen, auch über die reine Zuständigkeit der SBE und des zuständigen Ausschusses hinaus, anzugehen.

So könnte man mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Sportinfrastruktur blicken. Essens Sportler haben über viele Jahre hinweg gezeigt, dass sie unabhängig vom Zustand ihrer Anlagen mit der Weltspitze mithalten und sogar Maßstäbe setzen können. Trotz bescheidener Trainingsbedingungen und verschiedener Trainingsstätten haben die Sportler/innen der SG Heisingen gezeigt, dass sie zu weltmeisterlichen Leistungen in der Lage sind. Hohes ehrenamtliches Engagement und ein ungeheures Leistungsvermögen der Sportler/innen haben diese Erfolge ermöglicht. Was wäre noch alles an Titeln erreichbar, wenn auch noch die Trainingsbedingungen verbessert werden könnten? Die Rockets könnten heute nicht diese Erfolge vorweisen, wenn wir uns nicht seinerzeit für die Errichtung einer Skaterhalle eingesetzt und deren Verwirklichung umgesetzt hätten. Inlinerhockey wäre heute tot. Um nicht missverstanden zu werden, der ESPO hat die Rahmenbedingungen geschaffen und die Rockets haben mit viel Fleiß und Engagement die Einrichtung zu dem gemacht, was sie heute ist. An diesen beiden Beispielen wird deutlich, dass es manchmal gelingt, mittelmäßige Rahmenbedingungen durch hohes ehrenamtliches Engagement zu kompensieren, um sportliche Erfolge auf höchstem Niveau zu erzielen. In den meisten Fällen ist es heute nicht mehr möglich, ohne gute Rahmenbedingungen absolute sportliche Höchstleistungen zu erzielen. Mit immer höher werdenden Ansprüchen an die sportlichen Erfolge steigen auch die Anforderungen an die Rahmenbedingungen, um international mithalten zu können. Insofern war es folgerichtig, dass wir uns dafür ausgesprochen haben, die Finanzmittel des Landes zur Ertüchtigung des Regattahauses für die Bundestützpunkte Kanurennsport und Rudern aufzustocken. Die Entscheidung, in das Bad am Thurmfeld als Ersatzstandort für das abgängige Hauptbad zur Förderung des Nachwuchsschwimmsports zu investieren, damit das Schwimmzentrum in Rüttenscheid ausschließlich dem Leistungssport vorbehalten bleiben kann, war ebenso folgerichtig wie die Antragstellung und Förderung einer Gegenstromanlage beim Land NRW.

Wir bewegen uns im Bereich Spitzensport in einem „Mikroorganismus“, bei dem die kleinsten Abweichungen über Erfolg, Misserfolg bzw. Mittelmaß entscheiden. Hier darf nichts dem Zufall überlassen bleiben. Das Verbundsystem des Elitesports, dem das Helmholtz-Gymnasium, die Elsa Brändström Schule als Partnerschule, das Sport- und Tanzinternat, der Olympiastützpunkt Rhein Ruhr und der Verein zur Förderung des Leistungssport neben vielen weiteren Akteuren angehören, trägt dazu bei, dass die Bereitschaft junger Sportler/innen, Leistungen auf allerhöchstem Niveau zu erbringen, ermöglicht wird. Dieses hohe Leistungsniveau, die vielen Erfolge der Sportler/innen auf nationaler und internationaler Ebene und das Zusammenspiel des Verbundsystems werden auch über die Grenzen unserer Stadt wahrgenommen und bewundert. Nicht ohne Grund hat das Land NRW dem Helmholtz-Gymnasium die Anerkennung als Sportschule NRW als folgerichtigen weiteren Baustein in diesem System erteilt.

Obwohl es in diesem Verbundsystem mehr als optimal läuft, blickt der ESPO als Mitglied im Trägerverein des Olympiastützpunktes Rhein Ruhr mit Sorge auf die seit über 2 Jahre andauernden Überlegungen des Landes NRW, des LSB und des DOSB, die drei Olympiastützpunkte in NRW neu zu organisieren. Im Grundsatz hat man sich angenähert und auf eine Organisationsform verständigt, die den Fortbestand aller drei Olympiastützpunkte garantiert. Diese Überlegungen bekamen erst in jüngster Zeit Rückschläge, da das Bundesinnenministerium (BMI) zwar die grundsätzlichen Veränderungsgedanken mittragen will, weitreichende Veränderungen aber mit Ausscheiden des Stützpunktleiters in Essen sieht. Danach sollte nach Auffassung des BMI der Stützpunkt in Essen geschlossen werden und NRW zukünftig nur noch über 2 Olympiastützpunkte verfügen. Im Hinblick darauf, dass NRW das bevölkerungsreichste Bundesland ist und die meisten Olympiateilnehmer zu olympischen Spielen entsendet, entbehrt diese Überlegung jeglicher Grundlage.

Der Vorstand des ESPO wird sich dem Ansinnen des BMI mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenstellen. Mit der Aufgabe des Olympiastützpunktes würde ein unverzichtbarer Baustein im Verbundsystem des Elitesports herausbrechen, der unweigerlich zu einer Qualitätseinbuße des Spitzensports in Essen und im Bereich des Olympiastützpunktes Rhein Ruhr führen würde. Wir haben dazu bereits Gespräche in alle Richtungen geführt. Die politischen Vertreter der Fraktionen auf Landes- und Bundesebene haben uns im breiten Konsens ihre Unterstützung in dieser Angelegenheit zugesichert.

Sportler, egal ob Breiten- oder Spitzensportler, sehen es gerne, wenn ihre Leistungen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. In der Regel erfolgen diese Berichterstattungen im Fernsehen, in der Tagespresse, in Verbandzeitschriften o.ä. Ins Fernsehen schaffen es oft nur die publikumswirksamen Sportarten. Die örtliche Tagespresse veröffentlicht zwar breiter, aber auch sehr differenziert. Der ESPO hatte aus diesem Grunde viele Jahre lang die Zeitschrift „Sport in Essen“ herausgebracht. In dieser Zeitschrift wurde über Sportereignisse, Persönlichkeiten, besondere Vereinsgeschichten u.v.m. berichtet, die nicht unbedingt im Interesse der öffentlichen Medienberichterstattung standen. Nach vielen Jahren haben wir uns nun dazu entschlossen, dieses Format einzustellen und auf moderne Medien zu setzen. Auf unserer neu gestalteten Internetseite www.essener-sportbund.de steht seit April die Zeitschrift online. Mit dieser Plattform wollen wir den Vereinen die Möglichkeit bieten, Mitteilungen rund um das Sportgeschehen ihres Vereins darzustellen. Der ESPO erhofft sich dadurch eine bunte und lebhafte Berichterstattung, die das vielfältige Leben der Essener Vereine widerspiegelt. Außenstehenden wird somit ein guter Zugang zu den Vereinen ermöglicht. Darüber hinaus kann das sportinteressierte Publikum mit uns über die sozialen Medien wie z. B. Facebook kommunizieren.

Über dies bringen wir in diesem Jahr zum 25. Mal eine Ausgabe des Sportjahrbuches heraus. Eine Buchreihe, die das Sportgeschehen in dieser Stadt festhält und jedem Sportbegeisterten in Essen bekannt ist. Mit der neuesten Ausgabe können wir auf 25 Jahre Sportgeschichte in dieser Stadt zurückblicken. Jedes Jahr investieren wir viel Zeit, Engagement und Finanzmittel, um mit dieser Buchreihe zur Berichterstattung beizutragen.

Um noch einmal auf den Spitzensport in dieser Stadt zurückzukommen: 2004 haben wir die erste Night of Sports ausgerichtet, um die einzigartigen Leistungen unserer Athleten/innen besonders hervorheben zu können. Seitdem werden die besten Sportlerinnen und Sportler in dieser Veranstaltung geehrt. Mittlerweile hat sich diese Veranstaltung fest etabliert und die Auszeichnung als Sportlerin, Sportler, Trainer/in, Mannschaft oder Nachwuchstalent hat einen besonderen Auszeichnungswert erhalten.

Wir haben mit dieser Berichterstattung auf einen Teil der letzten 2 Jahre zurückgeblickt. Auf alle Aktivitäten des ESPO und der Vereine können wir, um den Bericht noch lesbar zu halten, nicht eingehen. Wir haben im Berichtszeitraum zahlreiche Gespräche mit den Essener Vereinen geführt und darüber hinaus eine Vielzahl von Vereinsveranstaltungen besucht. Weitere Informationen hierzu finden sich möglicherweise in den nachfolgenden Berichterstattungen der Sparten wieder.

Das Ende des Berichts wollen wir nutzen, um schon jetzt einen Blick auf wichtige sportpolitische Handlungsfelder, die uns mit Sicherheit in den nächsten zwei Jahren begleiten werden, zu werfen.

Mit den Finanzen haben wir in diesem Bericht begonnen; sie stellen wir in dieser Vorschau voran, da uns dieses Thema zwangsläufig weiter begleiten wird.

Im nächsten Jahr müssen wir dafür Sorge tragen, dass der Etat der Sport- und Bäderbetriebe wieder ausgeglichen wird. Trotz der vielen Investitionen ist der Erfolgsplan der SBE seit mehreren Jahren strukturell unterfinanziert. Wenn es nicht gelingt, dieses Defizit, das fast auf 3,5 Mio. € zuläuft, auszugleichen, dann gehen im wahrsten Sinne des Wortes trotz aller Bemühungen in vielen Sportstätten die Lichter aus. Trotz des Ausgangs der Kommunalwahl im Mai und der nicht eindeutigen Mehrheitsverhältnisse sind wir zuversichtlich, dass wir es wieder schaffen, mit der Politik im Gespräch zu bleiben. Hier zahlt sich einmal mehr aus, dass wir seit einigen Jahren mit den politischen Fraktionen die sogenannten sportpolitischen Gespräche gepflegt haben. Ungeachtet der jeweiligen politischen Mehrheitsverhältnisse sind wir zuversichtlich, auch zukünftig über das sportpolitische Gespräch Mehrheiten für das Anliegen der Sportler/innen in dieser Stadt erhalten zu können.

Damit ist  auch schon eine wichtige Aufgabe für die nächste Wahlperiode beschrieben, ohne dabei den Betrieb unserer Einrichtungen zu vernachlässigen. Wir haben weiterhin die Verantwortung für mehrere Sporteinrichtungen und müssen dabei sicherstellen, dass wir trotz steigender Kosten die Einrichtungen für die über 20 dort beheimateten Sportvereine sicherstellen können.

Gleichwohl werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass der Ausbau der Sportinfrastruktur in gerechter Aufteilung zügig vorangebracht werden kann.

Im Jahre 2015 soll ein neues Veranstaltungsformat im Ruhrgebiet platziert werden. Der Espo hat sich beim Regionalverband Ruhrgebiet dafür eingesetzt, dass der Sport stärker unterstützt wird. Mit dem neuen Veranstaltungsformat Ruhrgames haben wir alle gemeinsam die Chance, dem Sport in dieser Region mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Über zwei Jahre lang hat sich eine Arbeitsgruppe mit sicherem Baden in der Ruhr beschäftigt. Die in dieser Zeit erarbeiteten Erkenntnisse lassen einiges erhoffen. Den Sportvereinen an der Ruhr und dem Baldeneysee könnte hierbei eine besondere Bedeutung zukommen. Wenn das Baden in der Ruhr in naher Zukunft möglich wäre, wäre dies nicht nur ein Zugewinn für unsere Vereine, die an der Ruhr und dem Baldeneysee beheimatet sind, sondern auch ein erheblicher Imagegewinn für unser Ruhrgebiet. Wir werden uns weiterhin in entsprechende Arbeitsgruppen einbringen, damit das Baden in der Ruhr alsbald Realität wird.

Mit Fertigstellung des neuen Bades am Thurmfeld ist geplant, das Hauptbad außer Betrieb zu nehmen. Dann brauchen wir einen neuen Standort für das Haus des Sports. Die Anforderungen an den neuen Standort haben wir vor längerer Zeit  beschrieben und der Verwaltung zur Kenntnis gegeben. Derzeit können wir noch nicht sagen, wo in absehbarer Zeit das Haus des Sports untergebracht wird.

Die vor uns liegenden Aufgaben werden nicht weniger. Dennoch blicken wir anhand der zurückliegenden Erfolge zuversichtlich in die Zukunft.

Uns alle verbindet das Engagement um den Essener Sport in Essen. Der Sport erfüllt neben Bewegung und Gesundheit auch unverzichtbare soziale Funktionen in unserem Lebensumfeld. Sport heißt Geselligkeit und Gemeinschaftsleben, Solidarität und Wettbewerb, Chancengleichheit mit Integration und vielfältigem Engagement. Für viele Mitglieder ist der Verein ihr persönliches Zuhause mit familienähnlichen Bindungen, Rechten und Pflichten, Freuden und Lasten. Die Vereine bilden deshalb ein flächendeckendes soziales Netz und tragen dazu bei, soziale Mängel und wachsende Isolation unserer Gesellschaft auszugleichen. Das soziale Leben in Essen würde um vieles ärmer sein, wenn wir nicht auf die vielen ehrenamtlichen Helfer in den Vereinen, die Vorstände und vielen Übungsleiter bauen könnten. Ohne deren Hilfe würde Essen eine sozial arme Stadt sein.

Daher gilt unser Dank all denen, die sich selbstlos mit unermüdlichem Engagement für den Sport und zum Wohle dieser Stadt einbringen.

 

 

ESPO Jahresbilanz der Sportjahre 2010 und 2011

Bericht des Vorstandes „Kontinuität und Innovation“

Liebe Sportfreundinnen, liebe Sportfreunde,

dieser Jahresbericht steht unter dem Begriff Kontinuität und Innovation. Üblicherweise umfassen die Rechenschaftsberichte in der Regel immer die Zeitspanne der letzten Amtsperiode, in diesem Fall die der Jahre 2010 und 2011. Dieser Zeitraum wird auch im Fokus der Betrachtung stehen. Um aber die Arbeit des ESPO der letzen zwei Jahre bewerten zu können, sollten wir einen längeren Zeitraum in unsere Betrachtung einbeziehen.

Viele Vorstandsmitglieder unterstützen den ESPO bereits über einen Zeitraum von 10 Jahren und mehr. Ob es von Vorteil ist, wenn ein Vorstand so lange kontinuierlich arbeitet, müssen die Sportlerinnen und Sportler in dieser Stadt entscheiden. Wir sagen an dieser Stelle selbstbewusst, dass es sich für die Essener Sportlandschaft ausgezahlt hat, auf ein so routiniertes Team zu setzen.

Der ESPO hat durch sein engagiertes Handeln und seine Kontinuität im Laufe der letzten Jahrzehnte immer mehr Aufgaben übernommen, um einerseits zum Gelingen des Sports in dieser Stadt beizutragen, andererseits um die Handlungsfähigkeit der Vereine zu erhalten. An dieser Stelle wird sich der eine oder andere Leser fragen, wo sein Verein oder er selbst bei der Ausübung seines Sports vom Engagement des ESPO profitiert. Aber was wäre, wenn es keinen starken Partner des Sports vor Ort gäbe? Weder Land noch Bund sind die Hauptförderer des Sports, vielmehr stellen die Kommunen 80 % der Sportförderung. Daher bedarf es einer starken Vertretung auf kommunaler Ebene, damit die Interessen der örtlichen Sportvereine vor dem Hintergrund knapper Finanzressourcen und den daraus resultierenden Verteilungskämpfen gewahrt werden können. Diese Rolle hat der ESPO in seiner gesamten Zeit stets wahrgenommen. Dabei hat er sich nicht nur bloßes Gehör verschafft, sondern vielmehr zur jeweiligen Problemlösung konstruktive Vorschläge eingebracht, weit reichende Sportentwicklungskonzepte erarbeitet, mit Leben gefüllt und so eine bedeutende Stellung in unserer Stadt aufgebaut.

Frühzeitig und sehr innovativ hat der ESPO mit dem Sektor des 2. Arbeitsmarktes (Essener Konsens) zusammen gearbeitet, um eigene Sportstätten und Sporträume für den Essener Sport zu schaffen. Hierdurch ist z. B. das flächendeckende Netz von Sport- und Gesundheitszentren entstanden. In keiner anderen Stadt gibt es eine vergleichbare Angebotsstruktur. Somit waren die Essener Vereine frühzeitig in der Lage, neben den traditionellen Sportangeboten auch Sport in Kursform oder qualifiziertes Gerätetraining anzubieten.

Neben den vielen Trendsportangeboten haben wir uns frühzeitig dem Markt des Präventions- und Rehabilitationssports gestellt. Programme wie „bewegt und gesund bleiben“ oder „bewegt älter werden“, die der LSB in sein Handlungskonzept aufgenommen hat, stehen in unseren Einrichtungen bereits seit langer Zeit in den Programmheften. Dabei wurden im Laufe der Zeit die Angebote in den Sport- und Gesundheitszentren immer hochwertiger und ausdifferenzierter. Sie umfassen die traditionellen Sportarten, aber auch Trend- und Rehasportangebote. Die jeweiligen Sportkurse richten sich an jung und alt gleichermaßen. Dabei registrieren wir bereits über einen langen Zeitraum, dass viele dieser Sportangebote nicht selten von Personen wahrgenommen werden, die die Altersgrenze von 70 Jahren bereits überschritten haben.

Weiterhin konnten wir über den Essener Konsens viele Vereinsbauprojekte verwirklichen, die ohne das Engagement des ESPO heute nicht existieren würden. Die letzten Projekte waren das Kegler- und Gewichtheberzentrum im Haus des Sports und die Sporthalle für den Rollsport an der Raumerstraße. Durch die Realisierung der letztgenannten Einrichtung hat überwiegend der Inlinerverein der Rockets profitiert, der zu einem der größten und erfolgreichsten Sportvereine des Inlinerhockeys Europas geworden ist. Der ESPO hat sich bei der Politik nicht nur dafür eingesetzt, dass die notwendigen Finanzmittel bereitgestellt werden, sondern auch darüber hinaus die Sporträume selbst gebaut. Seit der Reduzierung der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen führen wir die Arbeiten nicht mehr selbst aus, aber mit Hilfe einiger Partner des Essener Konsens ist es uns immer noch gelungen, Maßnahmen für den Essener Sport zu realisieren. So konnten im letzten Jahr die Sportstätten des VV Humann (Beachvolleyballanlage), der Tennisvereine/Abteilungen der SGN Haarzopf, TUSEM und PSV instand gesetzt werden. Überdies hat der ESPO im Rahmen von Job-Perspektiven Mitarbeiter eingestellt, die die Vereine bei ihren Pflegearbeiten auf Sportplätzen unterstützen.

Seit nahezu 6 Jahren widmen wir uns dem Thema Masterplan Sport. Was zunächst als Masterplan ins Leben gerufen und auf allen Ebenen sehr kontrovers diskutiert wurde, hat sich aus unserer Sicht nach unzähligen Diskussionen mit Sportvereinen und der (Sport)Politik heute zu einem vorzeigbaren Sportplan entwickelt. Das war sicherlich für alle am Prozess Beteiligten kein leichter Weg, insbesondere nicht für uns als Interessensvertreter der Essener Sportvereine. In diesem Prozess sind wir oftmals bis an die Grenze des Zumutbaren gegangen und mussten unseren Sportvereinen eine Menge abverlangen. Heute, 6 Jahre später, sagen selbst die Kritiker, dass sich der Sportplan zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt hat.

In der Zeit von 2008 bis Ende 2011 sind 30 Mio. € in die Erneuerung der Sportinfrastruktur geflossen ( siehe Anhang ).

Ende 2011 konnte das 20. Kunstrasenspielfeld eingeweiht werden. Seit 2008 sind Umkleidegebäude saniert und teilweise neu errichtet worden, Turnhallen instand gesetzt und die denkmalgeschützte Turnhalle „An der Marienstraße“ mit über 3 Mio. € generalsaniert worden. In die Instandsetzung der Eissporthalle wurden 4 Mio. € investiert und das Regattahaus, Olympiaschmiede und Leistungszentrum für die Sportarten Kanu und Rudern, wurden mit 2 Mio. € für den Spitzensport auf den neuesten Stand gebracht. Erneuert wurde weiter das Schwimmleistungszentrum Rüttenscheid sowie das Nord-Ost-Bad, das als erstes Bad in Essen im Oktober 2011 für 4,7 Mio. € generalsaniert der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung gestellt werden konnte. Darüber hinaus haben Politik und Sport ein weit reichendes Bäderkonzept verabschiedet, das es gilt, in der nächsten Zeit mit Leben zu füllen. Hierfür stehen nochmals ca. 15 Mio. € zur Verfügung, die in den Ersatzstandort für das Hauptbad und die Sanierung des Stadtbades Borbeck sowie des Freibads Hesse investiert werden sollen. Ferner dürfen wir nicht vergessen, dass neben der Bereitstellung der Sonderfördermittel die Stadt Essen die Finanzierung des Stadions an der Hafenstraße gesichert hat. Überdies hat die Politik zugesagt, das Sportförderprogramm 2012 nicht auslaufen zu lassen. Vielmehr sollen bis zum Jahre 2015 jährlich weitere 5 Mio. € zur Erneuerung der Sportinfrastruktureinichtungen bereit gestellt werden. Bis zum Jahre 2015 werden so annähernd 60 Mio. € in die Erneuerung von Sportplätzen, Turn- und Sporthallen und Schwimmbädern fließen.

Das hört sich im Nachgang alles sehr erfreulich und einfach an. Aber es war kein leichter Weg. Es ist nicht einfach, einen Verein zu bewegen, seine traditionsreiche Sportstätte aufzugeben, um auf einer benachbarten Sportanlage neu anzufangen und sich auch noch diese Sportanlage mit einem anderen Verein teilen zu müssen. Die Vorschläge, die der ESPO einigen Vereinen bereits vor 5 Jahren unterbreitet hat und die zunächst noch verpönt waren, gelten heute als beispielhaft. Die beiden benachbarten Sportvereine („Sportfreunde“ und „SC Steele“) sind bereits frühzeitig mit uns diesen Weg gegangen. Heute verfügen diese Vereine über eine neue und zukunftsorientierte Sportanlage, die alle Voraussetzungen für eine gute Vereinsentwicklung bietet. Ein Vorzeigeobjekt! Gute Beispiele bleiben nicht ohne Wirkung. Viele weitere Vereine möchten diesem Beispiel folgen. Auch kann das Zugeständnis der Schwimmvereine zur Schließung des Hauptbades nicht hoch genug gewürdigt werden. Sie tauschen zukünftig den Standort Hauptbad gegen ein neues Bad „Am Thurmfeld“ ein, das aber nicht die Dimensionen des Hauptbades bieten wird. Wir können stolz auf die Essener Sportvereine sein. Sie engagieren sich nicht nur für diese Gesellschaft, sie gehen auch verantwortungsvoll mit den finanziellen Ressourcen um und gestalten eine unabweisbare Haushaltskonsolidierung aktiv mit.

Wir verkleinern uns auf ein notwendiges Maß, aber im Gegenzug erhalten wir neue, moderne und funktionale Sportstätten.

Der ESPO wird auch zukünftig seine Aufgabe als Interessensvertreter der Vereine sehr ernst nehmen und sich weiterhin in dem seit mehr als 6 Jahre andauernden Prozess aktiv einbringen.

Überdies versteht sich der ESPO als Mittler zwischen der Stadtverwaltung und den Essener Vereinen – sei es bei Problemstellungen im Baugenehmigungsverfahren, bei Fragen zu Veranstaltungen oder Umweltschutzbelangen. Über unseren Arbeitskreis KAKTUS wurden viele Vermittlungen im Bereich Sport und Umwelt herbeigeführt. So konnte der ESPO erreichen, dass die Kanusportabteilung des Post SV, deren Einrichtung in einem empfindlichen Naturschutzgebiet in den Ruhrauen liegt, verbleiben kann, bis eine zufrieden stellende Lösung für den Verein gefunden ist.

Dem Turnverein Karnap konnten wir durch innovative Ideen eine neue Sportstättenzukunft ermöglichen. Der Verein hat durch Schließung eines Schulstandortes in Karnap seine angestammte Turnhalle verloren. Erst nachdem wir mit den örtlichen Vereinen Konzepte für ein zukunftorientiertes Modell entwickelt hatten, war der Weg für eine Ersatzlösung und für eine Stadtentwicklung unter Einbezug des alten Schulgeländes frei.

Bei allen Bemühungen und positiven Ergebnissen konnten wir nicht verhindern, dass der Sport auch Kürzungen hinnehmen musste.

2010 hat uns besonders die von der Stadt Essen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung vorgenommene Kürzung der Sportfördermittel um 20%, bei gleichzeitiger Anhebung der Sportstättennutzungsgebühr um 30 % beschäftigt. Zu diesem Thema hat der ESPO kontinuierlich den Dialog mit der Politik gesucht und unzählige Gespräche mit den sportpolitischen Fraktionsvertretern aus dem Rat der Stadt Essen geführt. Die Essener Sportvereine wurden per Rundbrief über die jeweilige Situation auf dem Laufenden gehalten. Wie Sie heute wissen, haben unsere Gespräche und die Stellungnahmen der Sportvereine erwirkt, dass ein Teil der beschlossenen Kürzung durch Umschichtung im Wirtschaftsplan der SBE wieder zurückgenommen werden konnte. Allerdings haben wir die Erhöhung der Nutzungsgebühren nicht abwenden können. Bei der Abwägung war uns aber die Sportförderung in ungekürzter Höhe wichtiger. Damit hat der ESPO einmal mehr bewiesen, dass er als Bindeglied zwischen der Politik und den Sport- und Bäderbetrieben eine gute, wichtige und ausgleichende Arbeit leistet. Ohne die Intervention des Essener Sportbundes wären viele Beschlüsse nicht zustande gekommen.

Aber nicht nur der Blick in unsere eigene Stadt war uns in Bezug auf eine Sportentwicklung wichtig, wir haben auch über die Stadtgrenzen hinweg geschaut. So haben wir den Entwicklungsprozess des Revierparks Nienhausen zu einem Gesundheitspark aktiv mit gestaltet und mit begleitet. Wir haben nicht nur innovative Ideen eingebracht, sondern auch Verantwortung übernommen und sind darüber hinaus ein hohes wirtschaftliches Risiko eingegangen. Uns ist es wichtig, an praktischen Beispielen aufzuzeigen, dass Städte auf dem Gebiet des Sports und der Freizeitgestaltung innovativ zusammenarbeiten können. Der bisherige Erfolg gibt uns Recht. Mit der Neuausrichtung des Revierparks Nienhausen wurde der Grundstein für eine moderne, gesundheitsorientierte Sport- und Freizeiteinrichtung, die städteübergreifend betrieben wird, geschaffen.

Ebenso hat der ESPO mit seinem Bildungswerk nach erheblichen Umbauarbeiten Anfang 2011 sein neues Sport-, Gesundheits- und Qualifizierungszentrum in Betrieb genommen. Damit sind wir unserem Auftrag nachgekommen, Verantwortung für eine umfassende Qualifizierung und Weiterbildung im Sport zu übernehmen. Da es auch hier nicht zielführend ist, das Thema Bildung und Qualifizierung alleine zu bearbeiten, hat sich der ESPO vor einiger Zeit mit den Partnern aus Bottrop, Mülheim und Oberhausen zu einem gemeinsamen Qualifizierungszentrum zusammengeschlossen. Heute ist durch diesen Verbund eines der größten und erfolgreichsten Weiter- und Qualifizierungszentren in NRW entstanden.

Alle Beispiele können nicht aufgezählt werden. Aber wir können mit Stolz auf das bisher Erreichte blicken. Das wäre aber nahezu unmöglich, wenn wir nicht auch starke Partner an unserer Seite hätten.

Und das gilt ebenso für die hochkarätigen Sportveranstaltungen, die jährlich in unserer Stadt ausgerichtet werden. Stellvertretend dafür möchten wir das hohe Engagement der Macher des TUSEM-Marathon, der Hügel-Regatta sowie des Europacups im Skaterhockey nennen, ohne die Leistungen der anderen Veranstaltungen im Einzelnen schmälern zu wollen. So hat sich für die Rockets die Ausrichtung des Europacups in doppelter Hinsicht gelohnt: Zum einen sind sie als Ausrichter unerwartet Europacupsieger geworden, zum anderen sind sie durch diesen Erfolg auch berechtigterweise zur Essener Mannschaft des Jahres gekürt worden. Sportveranstaltungen, wie die beispielhaft genannten, können nur ausgerichtet werden, da sich viele Menschen in dieser Stadt ehrenamtlich für den Sport engagieren und unzählige Stunden ihrer Freizeit für das Gemeinwohl einbringen. Darüber hinaus nicht selten persönlich auch noch einen finanziellen Einsatz leisten und mit der Verpflichtung der Ausrichtung diverser Veranstaltungen oftmals ein erhebliches finanzielles Risiko eingehen. Hierbei sollte jeder einmal selbst für sich prüfen, ob wir diese Leistungen nicht schon als selbstverständlich hinnehmen.

Daher ist es gut, dass das unermüdliche Wirken der Vereine und deren Engagement auch in Form von Preisverleihungen gewürdigt wird. Mit der Agentur conenergy führen wir die Sportgala „Stadtwerke Night of Sports“ weiter. Eine Veranstaltung, die sich fest in der Essener Sportlandschaft etabliert hat und mittlerweile bei allen Sportler/innen einen hohen Stellenwert genießt. Als Sportler einen nationalen oder internationalen Titel zu erringen, ist an sich schon eine besondere Auszeichnung, die nur wenigen vergönnt ist. Sich aber dann nochmals mit Spitzensportlern anderer Sportarten, Mannschaften oder Trainern dieser Stadt messen zu müssen und dann als Sieger hervorzugehen, ist sicherlich nochmals eine Aufwertung und Würdigung für jede/n Sportler/in. Diese Ehre ist im letzten Jahr Anna Kowald, Annabel Bösing, Max Hoff, Robert Berger und den Rockets zuteil geworden.

Gerne schauen wir auf Großereignisse und sind begeistert, wenn auch Essener Sportlerinnen und Sportler dort vertreten sind. Das erfüllt uns mit Stolz und wertet eine Stadt auf. Im Sommer ist es wieder soweit. Das weltweit größte Sportereignis, die Olympischen Spiele, werden in London stattfinden. Aus Essen werden wieder Kanuten, Ruderer und Schwimmer bei den Olympischen Spielen vertreten sein. Ein tolles Ergebnis, das davon zeugt, dass unser Verbundsystem des Leistungssports gut funktioniert. Hierbei wirken viele lokale Akteure mit. Sei es die Eliteschule des Sports, das Sport- und Tanzinternat, die Bundesleistungszentren, der Olympiastützpunkt, der Verein zur Förderung des Leistungssports, die Trainer/innen und die Betreuerteams oder die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer/innen, die unseren Spitzensportler/innen die Bedingungen ermöglichen, damit sie an internationalen Sportereignissen an den Start gehen können. Wir wünschen uns für den Sportstandort Essen, dass sich einige Sportler/innen aus unserer Stadt für die olympischen Spiele in London qualifizieren und wieder Edelmetall nach Essen bringen.

Auch 2012 wird der ESPO die sportpolitischen Gespräche fortsetzen und diese konstruktive Ebene dazu nutzen, sich in Kürze auf die Umsetzung des Bäderkonzeptes und des dazu gefundenen Kompromisses zu verständigen. Wir wissen, dass für alle Beteiligten die Findung des Bäderprozesses ein langwieriger und schwieriger Prozess war. Aber wir müssen an die Sportler der Sparte Schwimmen klare Signale senden. Wie sagte vor einiger Zeit ein Chefredakteur einer großen Essener Zeitung: „Wer mit dem Thema Bäder versucht, Politik zu machen, der kann mit diesem Thema nur baden gehen“ – und das will keiner nach einer solchen Kraftanstrengung.

Wir haben bisher gemeinsam viel erreicht, aber wir dürfen nicht auf diesem Weg stehen bleiben. Bei all den positiven Bemühungen haben wir durch unser Engagement dazu beigetragen, dass sich die Vereine, die bisher noch nicht von Erneuerungen profitieren konnten, einem erhöhten Konkurrenzdruck ausgesetzt fühlen. Sportler orientieren sich heute verstärkt hin zu Vereinen, die bereits über sanierte Sportanlagen verfügen. Aber wir sind auch den Sportvereinen verpflichtet, die bisher nicht von den Sportinvestitionsmitteln profitieren konnten. Dabei sollten unsere Bemühungen zukünftig auch Sportstätten einbeziehen, die vermehrt das Thema Geschlechter- und Altersgerechtigkeit berücksichtigen.

Sie sehen, in den kommenden Jahren gibt es noch viel zu tun. Aber auch diesen Herausforderungen wird sich der ESPO in seiner gewohnten Kontinuität und Innovationsfreude stellen.

Zum Schluss möchten wir uns noch bei allen Partnern bedanken, ohne deren Unterstützung und Hilfe wir das gemeinsam Erreichte nicht geschafft hätten. Unser Dank gilt auch allen politischen Parteien. Sie haben mit ihren Beschlüssen, die sich auf alle Sportebenen unserer Stadt auswirken, dafür Sorge getragen, dass trotz schwierigster Zeiten ausreichende Finanzmittel im Haushalt der Stadt Essen für den Sport zur Verfügung gestellt wurden.

Ein besonderer Dank gilt dabei den Sport- und Bäderbetrieben. Sie haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass alle Diskussionsergebnisse und Beschlüsse Realität geworden sind. Bei allem dabei entstandenen Druck haben sie auch noch den einen oder anderen Wunsch der Vereine konstruktiv aufgegriffen und stets zeitnah umgesetzt. Bei der Größe der Investitionssumme und der dafür zur Verfügung stehenden Zeit ein tolles Ergebnis.

Auch den vielen ehrenamtlichen Vereinsvertretern danken wir. Ohne ihre unermüdliche Arbeit tagtäglich vor Ort wäre unsere Stadt ein erhebliches Stück an Lebensqualität ärmer.

In diesem Sinne …….

Ihr Essener Sportbund e. V.