Bewegungstherapie statt Medikamente

Wenn man krank ist, soll man ruhen? Nicht nach aktueller Meinung von Sportmedizinern. Bewegung und Aktivität sei genauso hilfreich, wie eine Medikamententherapie und trägt zusätzlich noch zu einem besseren Lebensgefühl bei. Ab einer leichten Aktivität von ca. einer Viertelstunde pro Tag, kann sich der Körper selbst stärken und trägt langfristig gesehen dazu bei, ein längeres Leben führen zu können. Dies belegen Statistiken, die mit Teilnehmern ab 35 Jahren mit verschiedenen Vorerkrankungen erhoben wurden. Sportmediziner Prof. Dr. med. Herbert Löllgen, Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, unterstreicht die Wichtigkeit eines Trainings nach einer Erkrankung: „Um deutlich zu machen, dass körperliche Aktivität so wichtig ist wie ein Medikament, hat es sich bewährt, Art und Intensität des Trainings auf ein Rezept zu schreiben“. So bringe man die Patienten eher dazu sich einer Bewegungstherapie anzuschließen. Dies sollte direkt der jeweilige Hausarzt tun, da dieser bei 75% der Patienten die erste Anlaufstelle ist.

Grundsätzlich ist es wichtig mit leichtem und mit auf den Leistungsstand des Patienten abgestimmtem Training anzufangen. Hierzu gehören gymnastische Übungen für die Beweglichkeit, Laufübungen für den muskulären Apparat und die Ausdauer und letztlich leichte Kraftübungen, die mit der Zeit gesteigert werden können. Es ist nachgewiesen, dass regelmäßiges Training nicht nur den Blutdruck senkt, sondern dass das Herz sich beispielsweise nach einem Infarkt nur dann erholen kann, wenn es auch etwas tut. Auch Diabetespatienten und Menschen mit arteriellen Verschlusskrankheiten können durch Sport bessere Leistungen des eigenen Körpers erzielen. Hierzu gilt als Beispiel, dass Gefäßtraining. Dies hilft die Gehleistung des Teilnehmers um das Dreifache steigern zu können. Aber auch Erkrankungen wie Migräneanfälle oder Depressionen werden mit Bewegungstherapien behandelt. Bewegung ist kein Allheilmittel, aber kann wesentlich zur Verbesserung des eigenen Körperbewusstseins und Leistungsfähigkeit beitragen. Man fühlt sich besser und fitter und es bedarf auch nicht viel Zeit, die man dafür aufwenden sollte. Durch das individuell abgestimmte Training wird der Teilnehmer gefordert und Erfolg stellt sich ein. Nach und nach kann man die Trainingsintensität steigern oder den Umfang der Übungen erhöhen.

Insbesondere bei Männern, die sich nachweislich weniger bewegen als Frauen und seltener zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, ist Bewegung ein wichtiges Mittel, um gegen Übergewicht, Burn-Out-Symptomatiken oder Stoffwechselerkrankungen vorzubeugen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nur etwa 25 % der Männer in Deutschland bewegen sich regelmäßig. Um die allgemeine Gesundheit und Fitness zu erhalten empfehlen Sportwissenschaftler zum einen medizinische Vorbeugemaßnahmen wie ein Belastungs-EKG durchzuführen, zum anderen empfehlen sie Freizeitsport und einen aktiven Lebensstil. Um dies zu unterstützen raten Ärzte zu mediterraner Kost und Einschränkung der Kalorien zum Abbau von Übergewicht, sowie den Verzicht auf Genussgifte.

Zusammenfassend sind Sport und Bewegung wichtige Bestandteile eines aktiven Lebens, welche zusätzlich vorbeugend gegen Erkrankungen und Erschöpfungszustände wirken. Aber auch nach überstandener Krankheit hilft die Teilnahme an Bewegungstherapien dem Körper wieder fit zu werden und sich selbst in diesem wohler zu fühlen.

Annina Blum

Bild: © Bilddatenbank LSB NRW I Bowinkelmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *