Dem Zucker den Kampf ansagen – Diabetes-Sport in Nienhausen

Die Diabetes-Sport-Gruppe von Diabetesberaterin Ayse Ünal trifft sich regelmäßig zum gemeinsamen Sporttreiben im SGZ Nienhausen. Noch ist die Gruppe klein und überschaubar, aber die Teilnehmer bringen stets eine große Portion gute Laune und Spaß in die Sportstunde mit. Diabetes ist eine chronische Stoffwechselkrankheit. Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung. Der Körper kann kein eigenes Insulin mehr produzieren, welches daher injiziert werden muss. Über 90 Prozent der Erkrankten leidet dagegen an Typ2-Diabetes.  Der Körper ist nicht in der Lage ausreichend Insulin zu produzieren oder die Insulinwirkung ist gestört.  Zu den Risikofaktoren zählen vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel.

Dazu Ayse Ünal: „Übergewicht ist ein Faktor, den man durch gesunde Ernährung und Bewegung reduzieren kann. Alle unsere Teilnehmer konnten  durch regelmäßige Bewegung ihre HbA1c  Werte senken und ihr Gewicht reduzieren.  Das Wichtigste an der Bewegung für Menschen mit einer Diabeteserkrankung ist allerdings, die Blutzuckersenkung.  Die regelmäßige Aktivität verbessert zudem die Insulinwirkung und die Beweglichkeit. Je mehr Muskelgruppen angesprochen werden, umso besser ist die Blutzuckersenkung.  

Trainingsinhalte sind vor allem Ausdauer, Gymnastik und Koordination. Leider haben einige Patienten diverse Begleiterkrankungen, wie diabetische Poly- Neuropathie, Nervenschädigungen infolge der Diabeteserkrankung. Oftmals tritt diese in Händen und Füßen auf, weshalb der Fokus bei den gymnastischen Übungen auch auf diesen Körperpartien liegt. Sie können die Übungen zu Hause weiterführen und so auch ein besseres Körpergefühl bekommen. Zudem tauschen sie sich untereinander aus und haben immer viel Spaß an der Bewegung.“ Diesen Spaß sieht man den Teilnehmern auch an.

Vor Beginn der Trainingsstunde werden Blutzucker und Puls der Teilnehmer gemessen. Bei Blutzuckerwerten unter 120mg/dl müssen die Teilnehmer essen und erneut den Blutzuckerwert messen, so Ünal. Die gemessenen Blutzucker- und Pulswerte werden besprochen und dokumentiert, sodass bei Auffälligkeiten reagiert werden kann.

Als mögliche Symptome zur Erkennung einer Diabeteserkrankung gelten Mundtrockenheit und eine dementsprechend hohes Durstgefühl, Wasserlassen und allgemeine Schlappheit und Müdigkeit. Ayse Ünal, die zusätzlich zu ihrer Laufbahn als Diabetesberaterin für sieben Jahre eine Diabetes-Selbsthilfegruppe geleitet hat, liegt das Wohl ihrer Teilnehmer sehr am Herzen: „Durch unsere Aktivität gewinnen die Teilnehmer an Lebensqualität und Sicherheit im Alltag.

Eine von ihnen, Brigitte kann leider nicht alle Übungen mitmachen. Sie hat einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt und zahlreiche Operationen hinter sich, ihr vergeht das Lachen aber nicht. Als Typ1-Diabetikerin bildet sie die Minderheit der Gruppe. „Ich bin seit letztem Jahr in der Gruppe, auf die mich meine Ärztin aufmerksam gemacht hat. Seitdem habe ich über vierzig Kilo abgenommen, meine Blutzuckerwerte sind besser geworden und ich habe großen Spaß an den Sportstunden. Wir haben ein gutes Verhältnis untereinander und ich kann jedem Diabetiker nur ans Herz legen, dieser Gruppe beizutreten.“

Auch zu Hause wiederholt Brigitte die Übungen, die sie zuvor in der Gruppe gemacht haben: „Manchmal sehen die Übungen für Außenstehende sehr leicht aus. Aber gerade die Koordinationsübungen muss ich mehrmals wiederholen, bis sie klappen. Sie sind sehr anstrengend.“ Aus diesem Grund sind die Stunden immer abwechslungsreich gestaltet und an das Leistungsniveau angepasst. „Ich bleibe auf jeden Fall in der Gruppe, da ich durch den Sport leichter durchs Leben mit meiner Krankheit gehen kann“, so Brigitte.

ESPO

Bilder: © ESPO

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