Dr. Bernhard Görgens wird 70!

Heute vollendet der 1. Vorsitzende des Essener Sportbundes e. V., Dr. Bernhard Görgens, sein 70. Lebensjahr. Eigentlich ein Grund, groß zu feiern, aber Dr. Görgens winkt dankend ab mit den Worten: „Warum soll ich feiern, dafür dass ich 70 Jahre alt werden durfte!“ Diese Einstellung sagt viel über den Menschen Dr. Bernhard Görgens aus. Dabei hätte doch der Vorsitzende unseres Verbandes allen Grund, sich feiern zu lassen und der ESPO ebenso gute Gründe, seinen Vorsitzenden zu feiern. Nur wenige Menschen haben sich so intensiv, nachhaltig und uneigennützig für die Entwicklung unserer Stadt eingesetzt. Es ist Dr. Görgens ein zutiefst wichtiges Anliegen, sich für seine Stadt, in der er gerne lebt, die er liebt und schätzt und positiv bei allen Gelegenheiten erwähnt, einzusetzen.

Bereits 1976 ist er mit jungen 30 Jahren Mitglied des Rates der Stadt Essen. Seinerzeit war er noch wissenschaftlicher Assistent am Institut für Deutsche Rechtsgeschichte an der Ruhruniversität Bochum, wo er im Jahre 1976 auch zum Dr. jur. promovierte. Direkt nach dem Studium fügte sich eine 4-jährige Zeit als Richter, zuletzt stellvertretender Vorsitzender Richter der 9. Zivilkammer beim Landgericht Duisburg, an. Er wechselte von der ehrenamtlichen politischen Seite des Rates auf die hauptamtliche politische Ebene der Stadt Essen. 1985 wird Dr. Bernhard Görgens Beigeordneter der Stadt Essen für das Ordnungsdezernat. 1999 folgte die Wahl zum Stadtdirektor. Bereits 1997 legte er als zuständiger Beigeordneter (heute Geschäftsbereichsvorstand) die Weichen für die Organisationsänderung in der ihm zum damaligen Zeitpunkt unterstellten Sportverwaltung. Aus dem damaligen Sport- und Bäderamt wurden die Sport- und Bäderbetriebe, an deren Spitze er als 1. Werkleiter bis zu seinem Wechsel als Vorstandsmitglied der Stadtwerke Essen stand.

Neben seinen vielen politischen Stationen und Ämtern war er als ehemaliger Mittelstreckenläufer (er muss laut einigen Berichterstattern sehr schnell gewesen sein), mit kurzen Abstechern zum Fußball und Geräteturnen, immer in besonderem Maße dem Sport verbunden. Zum einen, weil der Sport mitten im Leben dieser Stadt steht. Er spiegelt die Vielfältigkeit unseres Zusammenlebens in hohem Maße wider, denn im Sport sind alle gesellschaftlichen Gruppierungen vertreten. Wer sich für die Entwicklung dieser Stadt verpflichtet fühlt, der kommt am Sport nicht vorbei. Zum anderen, weil Dr. Görgens den Sport und die von ihm ausgehende Faszination sehr liebt. Er kann nicht nur theoretisch über Sport reden, er verfügt auch über ein großes Wissen über das Regelwerk im Sport und hat ein Gespür, wer besondere Fähigkeiten im Sport besitzt. Jeder von uns ist der beste Trainer auf der eigenen Couch zu Hause. Aber wer sich mit Dr. Görgens über Sport unterhält oder neben ihm auf der Zuschauertribüne sitzt, wird sehr schnell feststellen, welchen Überblick er über Spielverläufe hat und wie er die einzelnen Akteure bezüglich ihrer Leistungen einschätzt. Dennoch hat er sich – bis auf Powerwalking – aus seinem eigenen aktiven Sportleben verabschiedet und widmet sich seit vielen Jahren mit hohem Engagement für den Sport auf Funktionärsebene.

Seit 1994 ist Dr. Görgens der Vorsitzende der Kanu-Gemeinschaft Essen. Einer der erfolgreichsten Essener Vereine, wenn nicht sogar der erfolgreichste Essener Verein. Sportlerinnen und Sportler dieser Gemeinschaft haben unzählige Deutsche, Europa- und Weltmeistertitel errungen. Unter seiner Ägide haben 13 Sportlerinnen und Sportler an Olympischen Spielen teilgenommen. Dabei insgesamt 6 Gold, 2 Silber und 3 Bronze-Medaillen nach Essen geholt. Zuletzt noch gut in Erinnerung die beiden Goldmedaillen von Max Rendschmidt und Max Hoff aus den Olympischen Sommerspielen in Rio.

Seit 2002 ist Dr. Görgens Vorsitzender der größten Essener Interessensvereinigung, dem Essener Sportbund e. V. Seit nunmehr 14 Jahren steht er dem Verband unangefochten vor. In seiner Zeit hat sich der Essener Sportbund kontinuierlich weiterentwickelt und ist von einem reinen Interessensverband zu einem mittelständischen Unternehmen gewachsen. Der ESPO hat immer mehr Aufgaben der Daseinsvorsorge übernommen, da er selbst Einrichtungen für die Stadt Essen betreibt, um Vorbild zu sein, aber auch um Sporträume für seine Vereine anbieten zu können. Denn auch seit seiner Zeit, in der Dr. Görgens noch Beigeordneter und Stadtdirektor war, galt die Stadt als überschuldet und war gezwungen, intensiv zu sparen. Auch der Sport konnte sich diesem Sparwillen nicht entziehen. Dank seiner großen politischen Erfahrung konnten viele Ideen entwickelt werden, die es ermöglichten, unter den Sparvorgaben die Sportinfrastruktur weitestgehend zu erhalten.

Seit 2008 hat sich der ESPO sehr erfolgreich in die Diskussion zum Masterplan Sport eingebracht und konstruktiv Lösungsvorschläge für eine moderne und effiziente Sportinfrastruktur entwickelt. Mehr als 60 Mio. € sind in dieser Zeit in die Erneuerung der Sportinfrastruktur investiert worden, und das unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen der Stadt. Diese Veränderung und Erneuerung der Sportinfrastruktur gelang nur, weil der ESPO neben den Ideen, die er entwickelte, auch für eine Reduzierung der Sportinfrastruktur eintrat. Dr. Görgens hat als 1. Vorsitzende des ESPO bei den Sportvereinen darum geworben, sich von traditionellen und teilweise veralteten Denkstrukturen zu verabschieden und den Mut aufzubringen, neue Wege zu beschreiten. Er ist dabei kein Mann der langen Worte und kein Mann von ausschweifenden Reden. Wer seine Versammlungsleitung kennt, weiß, dass sie kurz und effektiv ist. Ihm kommt es auf das Ergebnis an. In all seinem sportlichen Wirken hat er sich nicht nur auf Spitzenleistung im Sport konzentriert. Ihm liegt die gesamte Sportentwicklung am Herzen. Seine Erfahrung, Netzwerke und Kontakte haben ebenso vielen kleinen als auch großen Vereinen geholfen, ihre Problemstellung zu lösen und damit ihr Überleben zu sichern. Ebenso hat er seine Kontakte genutzt, um die Spitzensportförderung in Essen voranzubringen. Neben dem Vorsitz im ESPO und der Kanugemeinschaft ist er Gründungsmitglied und aktiver Akteur des Vereins zur Förderung des Leistungssports. Ohne diesen Förderverein und die finanziellen Hilfen des Vereins für talentierte Spitzenathleten wären nicht so viele Sportlerinnen und Sportler mit internationalen Meistertiteln und Erfolgen bei olympischen Spielen wieder in ihre Essener Heimat zurückgekehrt.

Bei der Betrachtung seines langen Wirkens sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Dr. Bernhard Görgens noch in vielen weiteren Funktionen und Ämtern ehrenamtlich außerhalb der Sportwelt unterwegs ist. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass diese Stadt ein anderes Bild hätte, wenn sich der Jubilar nicht auf so vielfältige Weise für diese Stadt eingesetzt hätte. Für sein außerordentliches Wirken ist Dr. Görgens mit vielen Auszeichnungen versehen worden, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Ehrenteller des Essener Sportbundes, den er seinerzeit als Stadtdirektor erhalten hat, weil er sich auf kommunaler Ebene intensiv für den Sport eingesetzt hat.

Der Essener Sport hat sehr von seinem hohen Engagement profitieren dürfen. Dafür danken wir ihm herzlich und wünschen ihm für seinen Geburtstag alles erdenklich Gute und dass er für den Essener Sport noch lange auf der Kommandobrücke bleiben wird. Der ESPO hätte gerne als Dank für sein ehrenamtliches Engagement einen kleinen Empfang ausgerichtet, um sein herausragendes Wirken angemessen zu würdigen. Seinem eigenen Wunsch folgend haben wir dies nicht getan. Der Vorsitzende sagt, wo es lang geht. Wir respektieren diesen Wunsch – nur so viel sei an dieser Stelle erlaubt zu sagen  – sehr ungern.

ESPO

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