Essener Amateur-Fußball von Gewalt bei Spielen schockiert

Mehrere brutale Vorfälle überschatten in den letzten Wochen den Amateur-Fußball in Essen. Gleich mehrere Fußballpartien der Kreisligen mussten aufgrund von Übergriffen, Bedrohungen und Schlägen abgebrochen werden. In dem Spiel der Kreisliga A, TuS Essen West gegen Ruwa Dellwig, kam es zum Spielabbruch, da Spieler den Schiedsrichter nach einem Platzverweis bedroht und bis zur Kabine verfolgt haben sollen. Dieser sei dann geflüchtet.

In der Kreisliga B kam zwischen dem BV Altenessen und Fatihspor Essen zu einer Schlägerei, bei der sowohl Spieler, als auch Zuschauer involviert waren. Schiedsrichter Hans Schottner pfiff das Spiel nach den Übergriffen nicht bis zum Ende und  floh aus der Situation. Im Spielbericht wurde nur der Abbruch vermerkt.  

Den heftigsten Vorfall gab es allerdings in der Partie zwischen DJK Juspo Altenessen II und Sportfreunde 1918 Altenessen III. Ein 21-jähriger Spieler von Juspo verlor in der letzten regulären Spielminute seine Beherrschung vollends, streckte einen gegnerischen Kicker mit einem Kopfstoß zu Boden und trat dem jungen Mann anschließend noch gegen den Kopf. Dieser Ereignis schockte die Essener Amateur-Fußball-Szene und auch den Vorsitzenden des Sportgerichts Karl Schüller: „Ein vergleichbarere Fall ist mir in zehn Jahren nur ein Mal untergekommen.“ Obwohl Zeugen und einer Schiedsrichter-Meinung zufolge das Opfer nach einem vorhergehenden Foul auch mit Gelb-Rot vom Platz gestellt werden sollte, fällt die Handlung des 21-Jährigen nicht unter eine „Rempelei unter Fußballern“, wie er vor dem Sportgericht aussagte. Fußball sei Kontaktsport und kein Ballett, habe er vor der Spruchkammer ausgesagt. Diese flapsige Bemerkung bekräftigte Karl Schüller und seine Beisitzer in ihrer Urteilsfindung, den Juspo-Spieler lebenslänglich zu sperren.

Mehrere Sportfreunde-Anhänger, die später auch als Zeugen gehört wurden, riefen bei dem Vorfall direkt die Polizei, die kurz darauf vor Ort eintraf und nun wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den vermeintlichen Täter ermittelt.

Juspo Altenessen nahm das Urteil des Sportgerichts nicht an und muss binnen zehn Tagen bei der Bezirksspruchkammer in Duisburg Einspruch einlegen. Dort fällt in letzter Instanz das abschließende Urteil.

Annina Blum

Quellen: WAZ, NRZ

Bild: © Bilddatenbank LSB NRW I Bowinkelmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *