Essener Ruhrpott International feiert torreiches Jubiläum

Islamischer Bund verteidigt Titel bei D-Jugend – Flüchtlingskinder vom Verein für Syrische Kultur und Integration bei E-Jugend erfolgreich – Rund 120 Nachwuchskicker halten sich auch bei 10. ERI-Auflage ans Turnier-Motto „Fairness – Vielfalt – Toleranz“

Die zehnte Auflage des Essener Ruhrpott International (ERI) in der Sporthalle Bergeborbeck war ein echtes Fußballfest: Beim Jubiläum des Jugendturniers für Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund fielen insgesamt 102 Tore, auf den Zuschauerrängen wurde lautstark gejubelt und angefeuert, und auf dem Spielfeld ging es in 31 Begegnungen absolut fair zu. Das begeisterte sogar Ex-Profi Dirk „Putsche“ Helmig, der die tolle Atmosphäre in der Halle lobte. „Hier macht das Zugucken richtig Spaß. Außerdem kann man erkennen, wie sehr der Fußball miteinander verbindet, denn die Herkunft spielt überhaupt keine Rolle“, stellte der Leiter Scouting & Fußballschule der Nachwuchsabteilung von Rot-Weiss Essen fest. Dabei galt das traditionelle Turnier-Motto „Fairness – Vielfalt – Toleranz“ sowohl für den gebürtigen Essener mit türkischen Wurzeln als auch für die Tamilin aus Sri Lanka und für den syrischen Flüchtlingsjungen.
Kurz vor dem offiziellen Anstoß durch Schirmherr Thomas Kufen ergänzte Essens Oberbürgermeister das ERI-Motto in seiner Begrüßungsrede noch um das Schlagwort „Respekt“ und forderte die rund 120 acht- bis zwölfjährigen Teilnehmer auf, nicht nur ihre Gegner zu respektieren, sondern insbesondere auch die beiden jungen Schiedsrichter Sultan Allouche und Issam Zaitouni. Dem kamen anschließend alle Spieler nach, so dass das souverän auftretende Duo während des gesamten Turniers keine einzige Karte zeigen musste.

Trotzdem jagten die Nachwuchskicker mit viel Ehrgeiz und hohem Engagement dem Ball hinterher. Besonders erfolgreich war dabei der Islamische Bund, der sich bei der D-Jugend erneut den Turniersieg sicherte. Der Titelverteidiger setzte sich aufgrund der besseren Tordifferenz knapp gegen den punktgleichen Libanesischen Zedernverein durch, der sieben Treffer weniger erzielt hatte. Auf Rang drei landete der Deutsch-Tunesische Verein.

Bei der E-Jugend triumphierte mit dem Verein für Syrische Kultur und Integration erstmals in der Turniergeschichte ein Flüchtlingsteam. Die siegreichen Talente aus Syrien holten in ihren Gruppenspielen einen Punkt mehr als die zweitplatzierte Mannschaft vom Zukunft Bildungswerk, die ebenso mit Flüchtlingskindern angetreten war wie der Dritte Treffpunkt City Nord.
Ein weiterer Gewinner wurde im Senioren-Einlagespiel zwischen einer Auswahl des Integrationsrates (IR) der Stadt Essen und dem FC Altenbergshof ermittelt, zu dessen Aufgebot Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak gehörten. Diesmal siegte unter der Leitung von Schiedsrichter Peter Valerius das FC-Team mit 3:1 und revanchierte sich damit für die knappe 2:3-Niederlage im Vorjahr. Dabei glänzte der Syrer Badreddin Aldibo mit einem Doppelpack, ein weiteres Tor für die Gäste schoss sein Landsmann Adnan Shindi. Den Ehrentreffer für die Auswahl des Hauptveranstalters erzielte IR-Mitglied Metin Dursu.

Jede Menge Action gab es in einer Spielpause auch bei einem Showkampf der Nachwuchsringer vom TV Essen Dellwig 1893, die sich – anders als die Fußballer – zu Fall bringen durften.
Ein weiterer Höhepunkt war die abschließende Siegerehrung im Rahmen des ERI-Jubiläums, bei der alle 120 Platzierten mit Pokalen ausgezeichnet und noch einige Sonderpreise vergeben wurden. Die Trophäe als erfolgreichster Torschütze bei der D-Jugend erhielt Wassim Acharkaoui vom Islamischen Bund, der trotz aller Freude allerdings traurig war, dass er im nächsten Jahr zu alt ist, um noch einmal beim Essener Ruhrpott International antreten zu können. Als bester Torhüter dieser Altersklasse wurde wie im Vorjahr Ravinas Ravinthirasivan vom Tamilischen Kulturverein geehrt. Bei der E-Jugend wurde Kaled Zeidan vom Zukunft Bildungswerk Torschützenkönig, während Hadi Alsolhof vom Verein für Syrische Kultur und Integration der Pokal als bester Torwart überreicht wurde, denn er hatte im gesamten Turnierverlauf keinen einzigen Gegentreffer kassiert. Eine weitere Auszeichnung und viel Sonderapplaus erhielt Abdelilah Taadou vom Deutsch-Tunesischen Verein, der sich durch sein besonders faires Verhalten auf dem Spielfeld hervorgetan hatte. Er umarmte seine Gegner freundschaftlich, half ihnen nach einem Sturz wieder auf die Beine und füllte mit seinem Doppel-Einsatz außerdem noch die verletzungsbedingte Lücke, die sich während des Turniers im Team des Tamilischen Kulturvereins aufgetan hatte.
Neben den Teilnehmern wurden im Jubiläumsjahr außerdem noch drei Organisatoren ausgezeichnet, die sich seit seiner Premiere 2006 in besonderem Maße für den Essener Ruhrpott International engagieren: ERI-Koordinator und Integrationsratsmitglied Sadik Cicin sowie Yilmaz Agirman und Oktay Sürücü vom Verbund der Essener Immigrantenvereine wurden von Ratsherr Martin Schlauch für ihr herausragendes Engagement geehrt.

Sadik Cicin seinerseits sprach allen Unterstützern des Essener Ruhrpott International seinen Dank aus: Dazu gehören als Träger des Turniers der Integrationsrat der Stadt Essen und die Fördergesellschaft Kultur und Integration, als Partner das Kommunale Integrationszentrum Essen, der Essener Verbund der Immigrantenvereine und der Essener Sportbund sowie als Förderer der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, die Sparkasse Essen und die Anneliese Brost-Stiftung.

Alexandra Becker

 

Bild: © Becker

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