Essener Sportbund e.V. findet Diskussion um die Finanzausstattung des Sports in der letzten Ausschusssitzung eine Zumutung

Die letzte Sitzung des Sportausschusses am 21.10.2014 zum Thema Beratung des Haushaltsplanentwurfes 2015/2016 war für alle Beteiligten eine Zumutung.

Die (Sport) Verwaltung hat am Dienstag die Eckdaten der zukünftigen Entwicklung des Wirtschaftsplanes der Sport- und Bäderbetriebe als Tischvorlage eingebracht. Eine Tischvorlage zu diesem Thema ist schon sehr ungewöhnlich, unterstreicht aber, dass alle bis zuletzt an diesem Thema gearbeitet haben. So gingen die beteiligten Ratsvertreter und auch die Vertreter des ESPO davon aus, dass das vorliegende Zahlenwerk die abgestimmte Meinung von Politik und Verwaltung in dieser Stadt ist. Umso erstaunter waren alle Beteiligten, als ein Vertreter der Kämmerei mitteilte, dass es sich bei der Tischvorlage um ein veraltetes Zahlenwerk handelt und die Zahl um 1,7 Mio. € /Jahr nach unten korrigiert werden muss.

Dieses Verwaltungsvorgehen im gestrigen Ausschuss macht eine Vorbereitung und ordentliche Beratung zu diesem so (existenziell) wichtigen Thema unmöglich und ist ein Affront gegen alle (ehrenamtlichen) Politikvertreter/innen.

Die Vertreter der Politik haben sich gestern aufgrund der diffusen Sachlage nicht abschließend zu diesem Thema positioniert, da noch Klärungsbedarf besteht. Der Espo wird dieses Thema am kommenden Montag in seiner sportpolitischen Gesprächsrunde erneut aufgreifen und den bis dahin hoffentlich eindeutigen Sachstand mit den Vertretern der Sportpolitik diskutieren.

Vorsorglich weist der ESPO in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mit den am Dienstag in der Ausschusssitzung von dem Vertreter der Kämmerei genannten zusätzlichen 3,3 Mio. € nicht einmal der Status Quo für den Essener Sport erreicht werden kann.

Die sportpolitischen Ratsvertreter hatten erkannt, dass die ursprünglichen Vorgaben für den Wirtschaftsplan 2015 (Verlustzuweisung in Höhe von 18,5 Mio. €) trotz eines massiven Rückbaus von Sportstätten und Personalabbau in den letzten Jahren nicht erreichbar ist. Zu weiteren Einschnitten war die Sportpolitik nicht mehr bereit. Eine intakte Sportinfrastruktur ist Grundvoraussetzung, um die große Zahl ehrenamtlicher Helfer im Sport zu motivieren, sich weiterhin für das Gemeinwohl in dieser Stadt einzubringen.

Der Politik ist es sicherlich nicht leichtgefallen, Steuererhöhungen ins Auge zu fassen, um den Sportetat mit den notwendigen Mitteln auszustatten. Das Mehr zu den am Dienstag genannten 3,3 Mio. € sollten die Sport und Bäderbetriebe in die Lage versetzen, den bereits dezimierten Status Quo zu erhalten und helfen, den über die vielen Jahre aufgelaufenen Reparaturstau zu beseitigen. Viele der städtischen Sporteinrichtungen sind einer Stadt wie Essen unwürdig. Sie demotivieren eher, als dass sie eine sportaktive Lebenskultur unterstützen oder fördern. Überdies trägt eine mangelnde Instandhaltung der Sportinfrastruktur zu einer Vernichtung des städtischen Vermögens bei.

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Bild: © ESPO

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