Essens Turnvater Gerhard Gente wird 75

Seine größere Schwester nahm ihn mit zum Kinderturnen. Das war sein erster Kontakt zu der Sportart, die bis heute einen Teil seines Lebens ausmacht: Gerhard Gente, Geschäftsführer der Gemeinschaft Essener Turnvereine (GET), vollendet am 29. Januar 2021 sein 75. Lebensjahr. Der Jubilar kann auf eine über 60jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Turnsport zurückblicken, die ihn vom Helfer beim Kinderturnen bis an die Spitze der Deutschen Turnerjugend führte. Vom Turnklub Essen 1896 wechselte er 1962 zum ETB Schwarz-Weiß. Nach dem Deutschen Turnfest
1963 in Essen wurde Gerhard Gente Mitglied im Jugendausschuss des Turngau Essen und 1970 zum Vorsitzenden der Turnerjugend Essen gewählt. Er zählte zu denen, die sich erfolgreich für die Selbstverwaltung der Jugend in den Sportvereinen engagierten. Die Eigenständigkeit der Jugend kam einer Revolution der damals sehr trägen deutschen Sportbewegung gleich und Essen war ein bundesweit geachteter Vorreiter in dieser Frage. Als Vorstandsmitglied kämpfte er gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden Ulrich Gaißmayer für die Anerkennung der Sportjugend Essen als Jugendwohlfahrtsverband.
Dadurch konnten die Jugendabteilungen der Vereine Mittel aus den Jugendplänen der Stadt und des Landes beanspruchen. 1972 wurde Gerhard Gente in den Kleinen Bundesjugendausschuss der Deutschen Turnerjugend berufen, von 1978 bis 1982 war er Vorsitzender der Deutschen Turnerjugend.

1977 wählten ihn die Essener Turnvereine zum Vorsitzenden des Turngau Essen, den er zu einer weit über die Grenzen der Stadt Essen hinaus beachteten Institution ausbaute. Gerhard Gente holte zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen in die Ruhrmetropole. Die Welt- und Europameisterschaften im Trampolinturnen, die Europameisterschaft im Kunstturnen, die DTB-Turn-Gala und viele andere. Er war der „Erfinder“ der Kinderturn-Börse und der Essener Turnfeste und erarbeitete zahlreiche Konzeptionen für die unterschiedlichen Lizenz-Lehrgänge für Übungsleiter.

Am Ende seiner 25jährigen Amtszeit stand im Jahre 2002 die Umbenennung des Turngau in Gemeinschaft Essener Turnvereine (GET) und seine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Wie stark er den Verband geprägt hatte, zeigte sich daran, dass dieser fortan immer wieder Schwierigkeiten bei der Suche nach Vorsitzenden und Vorstandsmitgliedern hatte. Von 2003 bis 2009 übernahm Gerhard Gente das Amt des Vizepräsidenten im Rheinischen Turnerbund, für dessen Öffentlichkeitsarbeit er verantwortlich zeichnete.

Nach seiner Pensionierung als Oberstudienrat (Deutsch und Sport) 2011 an der Gesamtschule Bockmühle half er als Vorstandsmitglied dem GET aus so mancher personellen Verlegenheit. Heute sorgt er als Geschäftsführer dafür, dass der Laden läuft. Als Organisator des Pre-Olympic-Youth-Cup (POYC) kann Essen dank Gerhard Gente seit einigen Jahren so etwas wie olympische Luft schnuppern. Vielleicht eine kleine Hilfe bei der Bewerbung um die Spiele 2032. Seinen Ideenreichtum hat er auch als Mitgründer der Essener Seniorengemeinschaft für Sport und Freizeit und dem Gymnastik-Sport-Gesundheitszentrum des Turngau Essen in der Jugendhalle Schonnebeck unter Beweis gestellt. Der heutige GET-Vorsitzende und langjährige Wegbegleiter Ulrich Gaißmayer würdigt den Jubilar: „Gerhard Gente hat sich um das Turnen verdient gemacht. Die Gemeinschaft Essener Turnvereine verdankt ihm viel.“

© Petra Hurfar, GET

 

 

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