FC Kray wagt erneut das Abenteuer Regionalliga

Die Regionalliga-Saison 2012/2013 war für den FC Kray keine Eintagsfliege. Zwei Jahre nach dem ersten Abenteuer wagt der Fusionsclub aus dem Essener Osten einen neuen Anlauf in der vierthöchsten deutschen Fußballklasse. Beim Mitaufsteiger SV Rödinghausen bestreiten die Schützlinge von Trainer Michael Lorenz am 2. August ihren Saisonauftakt, die Heimpremiere steigt am 10. August in der KrayArena gegen den SC Verl.

„Nach dem Abstieg hatten viele befürchtet, wir würden nach unten durchgereicht. Keiner hat uns zugetraut, dass wir die Rückkehr packen. Aber wir sind wieder da“, freut sich FCK-Präsident Günther Oberholz auf die bevorstehenden Aufgaben, für die er und sein Team allerdings viel Kraft und Energie benötigen. Auch diesmal sind die Krayer das kleinste Licht in einer Liga, in der Vereine wie Viktoria Köln, Sportfreunde Lotte oder der Lokalrivale Rot-Weiss Essen quasi unter Profibedingungen arbeiten.

Eines hat sich allerdings geändert: Die Krayer sind diesmal vorbereitet auf das neue Abenteuer Regionalliga. Als Vizemeister der Oberliga Nordrhein ergriffen die Verantwortlichen die Chance beim Schopf, als Meister SV Hönnepel-Niedermörmter auf sein Aufstiegsrecht verzichtete. Zunächst wurde mit dem früheren RWE-Profi Michael Lorenz ein ehrgeiziger Trainer verpflichtet, dann flugs eine Truppe zusammengestellt, die nach Meinung von Teammanager Fabian Decker durchaus das Zeug dazu hat, den Klassenerhalt zu schaffen.

 Im Sommer 2012 hatte niemand im Club mit dem Durchmarsch gerechnet. Schließlich war der FC Kray erst ein Jahr zuvor von der Landesliga in die Niederrheinliga aufgestiegen. Dann allerdings starteten die Nobodys so richtig durch, schlugen in der Relegation dem haushohen Favoriten KFC Uerdingen ein Schnippchen und waren – bedingt durch die Ligenreform – plötzlich Regionalligist.

Dass dieses Abenteuer nur ein paar Monate andauern würde, hatten alle Verantwortlichen einkalkuliert. Trotzdem spielte der FC im Konzert der Großen eine deutlich bessere Rolle, als es viele sogenannte Experten prophezeit hatten. Die Krayer waren keinesfalls Kanonenfutter und spuckten so manchem Etablierten kräftig in die Suppe. Im Derby gegen RWE erkämpften sich die Grün-Blau-Weißen ein torloses Remis, der Kölner Fortuna vermiesten sie mit ihrem 1:0-Sensationssieg die Aufstiegsrunde zur Dritten Liga.

Trotz des Neuaufbaus in der Oberliga Niederrhein tragen noch sieben Spieler das Krayer Trikot, die beim ersten Regionalliga-Abenteuer am Ball waren: die Abwehrspieler Georgios Ketsatis und Ricardo Zweck, die Mittelfeldakteure Dominik Immanuel, Kevin Kehrmann, Kirill Naoumov und Kevin Sokhan-Sanj sowie Angreifer Ilias Elouriachi. Ketsatis und Sokhan-Sanj hatten sich nach dem Abstieg 2013 verändert, sind nun jedoch zur alten Wirkungsstätte zurückgekehrt.

Ansonsten hat Teammanager Fabian Decker versucht, dem neuen Trainer eine gesunde Mischung aus Talenten und erfahrenen Kräften zu ermöglichen. Und so mancher Experte staunte nicht schlecht, als nach Christian Mengert (VfL Bochum II) auch die ehemaligen RWE-Spieler Philipp Kunz und Vincent Wagner an der Buderusstraße anheuerten.  Günther Oberholz versichert allerdings, dass sie dem Verein hinsichtlich der Gehaltsvorstellungen entgegen gekommen seien und den Rahmen keinesfalls sprengen würden. „Wir geben nicht mehr aus, als wir haben. So haben wir das immer gehandhabt“, wird der Präsident nicht müde zu betonen.

Trotz immenser Sicherheits- und Lärmschutz-Auflagen werden die Krayer die meisten Regionalliga-Heimpartien in der heimischen Arena austragen. Die sogenannten Brisanzspiele werden allerdings ins Stadion am Uhlenkrug verlegt. Und zum Derby zieht der Aufsteiger sogar ins Stadion Essen um. Am Freitagabend, 5. September, ist der FC Kray Gastgeber im „Wohnzimmer“ der Rot-Weissen. Ein Flutlichtspiel, das gewiss Emotionen weckt.

Michael Köster

Bild: © Wolfgang Heß/FC Kray

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