Gentges soll die Moskitos nach vorn bringen

In Essen beginnt eine neue Eiszeit. Mit dem Heimspiel gegen Neusser EV startet der ESC Moskitos am 5. Oktober in die neue Saison in der Oberliga Nord. Nach der Enttäuschung der vergangenen Spielzeit, als sie die Play-Offs verpassten, wollen die Essener in der dritten Liga diesmal oben mitmischen. Bis zur Rückkehr in die zweite Liga, die inzwischen unter dem Namen DEL 2 firmiert, ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Eishockey in Essen hat eine lange Tradition, aber zugleich eine wechselvolle Geschichte. Bereits 1935 wurde der Essener RSC gegründet, aus dem später der ERV Essen, der EHC Essen und der EHC Essen-West hervor gingen. 1994 erfolgte dann die Umbenennung in ESC Moskitos, der fünf Jahre nach seiner Gründung den Sprung in die Deutsche Eishockey-Liga schaffte. Internationale Stars wie Jiri Sejba und Esa Tikkanen schnürten in dieser Zeit am Westbahnhof die Schlittschuhe, und wenn die rheinischen Rivalen aus Düsseldorf oder Köln anreisten, war die Eissporthalle rappelvoll.

Lang, lang ist’s her, die glorreichen Zeiten sind vorbei, und immer wieder scheiterten die Moskitos veim Versuch eines Neuaufbaus. Mit dem Slogan „Pleiten, Pech und Pannen“ könnte man die Zeit seit dem Ausschluss aus der DEL im Jahre 2002 beschreiben. Nun hofft der Verein, dass das 2011 eröffnete Insolvenzverfahren in Kürze zum Abschluss gebracht werden kann und der Verein wieder Luft zu atmen hat.

Auch sportlich soll es bei den Moskitos in der neuen Saison aufwärts gehen. Nach einem 2011 formulierten „Drei-Jahres-Plan“ sollten die Essener eigentlich schon am Ende der vergangenen Spielzeit zu den Spitzenteams der Oberliga zählen. Wunsch und Wirklichkeit lagen allerdings weit auseinander. Nach Abschluss der Hauptrunde belegte der ESC im Frühjahr nur Platz sieben und verpasste die Teilnahme an der Oberliga-Endrunde.  Der Pokalsieg nach Abschluss der Abstiegsrunde war sicher ein schöner Erfolg, aber kaum mehr als „ein Trostpflaster“, wie Kapitän Jan Barta bemerkte. „Es war ein versöhnlicher Abschluss, doch zufrieden sind wir nicht“, erklärte der Sportliche Leiter Michael Rumrich, der die Mannschaft nach dem Rausschmiss seines ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Markus Berwanger zusammen mit Co-Trainer Marc Dlugas gecoacht hatte.

Frei nach dem Motto „Neue Besen kehren gut“ soll nun der erfahrene Ex-Profi Frank Gentges für frischen Wind am Westbahnhof sorgen. Der 49-Jährige, einst unter anderem für den Krefelder EV, den ECD Sauerland und die Eisbären Berlin, aber auch ein Jahr für den EHC Essen-West an der Scheibe, gilt als harter Hund. „Ich erwarte ganz klar, dass alle Leute im sportlichen Bereich meinen Weg gehen. Ich weiß, wie es geht und das erreicht man nur mit professionellen Strukturen und nicht mit Kompromissen und Toleranz. Ich fordere Disziplin, bin aber fair“, sag der neue Trainer klipp und klar. Sein Minimalziel ist Platz vier und somit die Teilnahme an den Play-Offs mit der Oberliga Ost. „Wir wollen angreifen, damit die Fans kommen“,  ergänzt der Sportliche Leiter Michael Rumrich.

Ein erster Anfang ist gemacht. Scheinbar nahtlos knüpften die Moskitos in der Vorbereitung an die erfolgreiche Pokalrunde an, sind nunmehr 27 Spiele in Folge ungeschlagen und erzielten in ihren sieben Testpartien 49 Tore. Und so steigt bei den Fans die Vorfreude, zumal es wieder die Traditionsderbys gegen den EV Duisburg und den Herner EV gibt.

Michael Köster

© ESC Moskitos

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