Hot Rolling Bears verlieren Nachholspiel gegen Osnabrück

Gegen den Tabellenführer reichte die Luft nur für eine Halbzeit

In der 2. Rollstuhlbasketball-Bundesliga haben die Hot Rolling Bears Essen gegen den neuen Tabellenführer RSC Osnabrück ihr Nachholspiel mit 53:73 (12:14, 21:17, 10:25, 10:17) verloren. Damit stehen die Bären nach sechs Spielen in der Hinrunde mit leeren Händen da und gehen sieglos in die Rückrunde, die am 14. Januar 2018 in eigener Halle mit der Begegnung gegen RBC Köln 99ers beginnt.

Dabei begann der Spieltag mit einigen Überraschungen. Zunächst meldete sich Playmaker Ahmet Dogan unerwartet ins Tam zurück. Spielertrainer Markus Pungercar begann mit der „Starting Five“ der letzten Wochen: Mit Kapitän Jens Hillmann, den beiden Holländern Ilse Arts und Romario Biswane, mit Flügelspieler Joel Schaake und Center Hannfrieder Briel. Und die Fünf legten gleich richtig los, gingen schnell mit vier Punkten in Führung, mussten allerdings immer wieder den Ausgleich der Gäste hinnehmen. Mit dem Pausenpfiff gelang Osnabrück ein hauchdünner Ein-Punkte-Vorsprung.

Der zweite Spielabschnitt begann wie der erste. Die Bears glichen schnell aus und gingen in Führung; Osnabrück blieb dran. Es entwickelte sich ein reger und packender Schlagabtausch, in dem sich keine Mannschaft entscheidend durchsetzen konnte. Die Zuschauer erlebten bis hierhin eine Werbung für den Rollstuhlbasketball von beiden Mannschaften; unverständlich, dass hier Tabellenletzter und – bis zu diesem Zeitpunkt – Tabellenzweiter gegeneinander spielten. Zur Halbzeit stand es 33:31 für die Bears.

Die zahlreichen Bären-Fans hofften nun, dass sich das Spiel im 3. Viertel auf Augenhöhe fortsetzte. In dieser Phase wurden kurz hintereinander Arts und Briel mit dem dritten bzw. vierten persönlichen Foul belegt. Pungercar wechselte sich für Briel und Dogan für Arts ein. Mit dieser Umstellung kamen die Gäste besser klar als die Bears. Osnabrück ging schnell mit sechs, acht Punkten in Führung. Pungercar musste weiter reagieren, brachte für sich Center Markus Schmitz; doch der Erfolg blieb aus. Eine weitere Spielvariante, mit Dogan und Arts, dafür Hillmann auf der Bank und mit den beiden Centern Briel und Schmitz, brachte auch keinen zählbaren Erfolg ein.

Vor dem letzten Viertel lagen die Bears mit 43:56 zurück. Pungercar probierte alles, um den Abstand zu verkürzen. Doch leider stellte sich auch noch das alte Schusspech wieder ein. Die weiterhin gut vorgetragenen Angriffe konnten nicht erfolgreich abgeschlossen werden; Osnabrück traf dagegen alles. Kurz vor Ende der Partie musste dann Briel mit dem fünften persönlichen Foul vom Parkett. Für ihn kam wieder Schmitz. Die Bears hatten nichts mehr entgegenzusetzen und verloren letztlich mit 53:73.

Kommentar von Pungercar: „Dieses Mal haben wir leider nur die erste Halbzeit gut gespielt; richtig gut sogar. Nach der Pause hat Osnabrück mächtig Druck gemacht. Durch die Foulbelastungen von Arts und Briel musste ich reagieren. Ich habe Dogan für Arts gebracht; und sogar beide zusammen spielen lassen. Aber Dogan ist noch nicht wieder der Alte; seine Verletzung macht ihm immer noch zu schaffen. Und mir fehlen einfach Matthias und Onken. Beide stehen nicht zur Verfügung; der eine durch Verletzung, der andere hat sich ja leider abgemeldet“.

Nach drohendem Abstieg und möglichen Aussichten befragt gibt Pressesprecher Rainer Grebert folgendes Statement ab: „Unser Team liegt zwar scheinbar aussichtlos am Tabellenende. Aber über Abstieg wird noch nicht gesprochen. Alle Verantwortlichen hoffen auf die Rückrunde. Und da kann sich in der Tat noch einiges tun. Der Tabellenvorletzte Köln ist der erste Gegner im neuen Jahr. Dabei muss ein Fünf-Punkte-Rückstand aufgeholt werden. Das wäre der erste Schritt zum Klassenverbleib“.

Vier Wochen beträgt die kleine Winterpause, Zeit genug für das Team, um Kraft und Mut zu tanken, um dann die Rückrunde erfolgreich zu gestalten.

Die Punkte erzielten: Briel (14), Schaake (12), Arts (10), Biswane (9), Hillmann (6), Dogan (2), Pungercar, Schmitz.

Rainer Grebert

Bild: © M. Gohl (Ilse Arts, die Holländische Nationalspielerin in Reihen der Bears, machte ein Superspiel, konnte aber trotz ihrer 10 Punkte die Niederlage auch nicht verhindern.)

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