Jakob Schneider kämpft um Rollsitz im Deutschland-Achter bei Olympia

Der RaB Ruderer Jakob Schneider, Dreifacher Weltmeister, startet mit neuer persönlicher Bestzeit auf dem Ergometer in die Selektion! In 178 Tagen werden in Tokio die Olympischen Sommerspiele 2020 eröffnet. Für Jakob Schneider vom Ruderklub am Baldeneysee das ganz große Ziel. In den letzten drei Jahren wurde der 25 Jährige mit dem Deutschland-Achter Weltmeister. In diesem Jahr soll nun der ganz große Wurf folgen. Doch ob der 1,98m Hüne wieder im Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes Platz nehmen darf, ist zurzeit noch ungewiss. In diesen Tagen hat Bundestrainer Uwe Bender die Selektion angesetzt.

Die Testreihe begann am vergangenen Freitag im Bundesstützpunkt in Dortmund. Dort mussten alle Kandidaten des Team Deutschland-Achter ihre derzeitige physiologische Leistungsfähigkeit auf dem Concept2 Ruderergometer unter Beweis stellen. Es galt die virtuellen 2.000 Meter zu bewältigen und möglichst weit unter der magischen Sechsminutenmarke, welche als Qualifikationskriterium herausgegeben wurden, zu bleiben. Der Biologie und PWG Student der Ruhr-Uni in Bochum, der wegen der Olympiavorbereitung ein Pausensemester einlegt, löste diese erste Aufgabe bravourös. Die Uhr blieb bei 5:54,4 Minuten stehen, was für den RaB Ruderer neue persönliche Bestzeit bedeutete. „So allmählich merke ich so eine Art Routine bei dem Test, aber es ist auch befreiend im Kopf, wenn man es hinter sich gebracht hat“. Der Test machte aber auch deutlich, wie eng es im Kampf um einen Rollsitz im Flaggschiff des DRV zugeht. Bis auf einen Athleten blieb der Kaderkreis komplett unter sechs Minuten.

Am vergangenen Sonntag schaute das Aushängeschild des Essener Rudersports zum Neujahrsempfang nochmal bei seinem Heimatverein, dem Ruderklub am Baldeneysee vorbei, bevor am Nachmittag der Flieger in Richtung Lissabon ging. Das Team Deutschland-Achter flüchtet vor dem kalten, windigen Wetter in Deutschland nach Portugal. Auf der Regattastrecke in Montemor-o-Velho hat man die Hoffnung auf gute und faire Bedingungen zu treffen, um in dieser Woche den Kleinboottest als weiteres Selektionskriterium über die Bühne zu bekommen. Gemeinsam mit dem Krefelder Laurits Follert bildet er ein Gespann und hofft in den beiden Ausscheidungsrennen sich im Zweier ohne Steuermann möglichst weit vorne zu platzieren um bei Bundestrainer Uwe Bender weitere wichtige Punkte zu sammeln.

Sicherlich ist es grundsätzlich ein Vorteil, dass Jakob Schneider bereits in den letzten drei Jahren im Deutschland-Achter Platz nehmen durfte und damit auch die Passfähigkeit vom Zusammenspiel von Rhythmus, Technik und Kraft unter Beweis stellen konnte. Aber neben diesem Kriterium müssen halt auch die Leistungsparameter passen. Gegen Ende der Woche soll die vorläufige Besetzung des Paradebootes stehen. Alle Kandidaten die im Achter keine Berücksichtigung finden, können sich im Anschluss um einen Platz im Vierer ohne Steuermann bewerben. Dieses Boot ist aber derzeit, genauso wie der Zweier ohne Steuermann, noch nicht für Olympia qualifiziert. Wenn man also den Sprung in eines dieser beiden Boote geschafft hat muss man sich bei der Olympia-Nachqualifikationsregatta im schweizerischen Luzern Mitte Mai gegen starke internationale Konkurrenz behaupten, um sich den Traum von Olympia zu erfüllen.

Boris Orlowski

© Bild: Detlev Seyb

 

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