Körperliche Aktivität unterstützt Magen-Darm-Krebs-Patienten während der Chemotherapie

Den Nutzen und die Machbarkeit von körperlicher Aktivität während der Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenen gastrointestinalen Tumoren hat die Ernährungswissenschaftlerin Katrin Stücher in ihrer Disseration untersucht und aufgezeigt, dass eine komplementäre Bewegungstherapie in der Tumorbehandlung bei dieser Erkrankung sinnvoll ist.

Dabei hat Karin Stücher mit fortgeschrittenen gastrointestinalen Tumorpatienten ein Bewegungsprogramm gemäß der Empfehlungen des American Colleges of Sports Medicin mit 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche durchgeführt. Walken oder Joggen sollten die Patienten entweder 3x 50 Minuten oder 5x 30 Minuten in einem für die Zielgruppe „etwa anstrengendem“ Tempo, sofern es für die Patienten machbar war. Andernfalls durften die Trainingseinheiten auch gekürzt werden.

Barrieren zur empfehlungsgemäßen Durchführung des Laufprogrammes waren zum einen das Wetter, zum anderen zusätzlich auftretende Nebenwirkungen wie Infektionen, Erschöpfung, Schwäche, Sensibilitätsstörungen oder starker Diarrhoe.

Insgesamt gesehen weise die Bewegungstherapie einen Benefit der Körperzusammensetzung und der funktionellen Eigenschaften Balancefähigkeit, Ganggeschwindigkeit und Beinkraft auf. Die Studie von Karin Stücher gebe indes zusätzliche Hinweise, dass bei Patienten mit fortgeschrittenen gastrointestinalen Tumoren die Toxizität der Chemotherapie durch die komplementäre Bewegungstherapie mit moderater körperlicher Aktivität vermindert werden könne. Denn bei dieser Patientengruppe müsse oftmals aufgrund der starken toxischen Effekte die Dosis der Chemotherapie reduziert oder sogar abgebrochen werden.

Die Teilnehmer der Studie geben positives Feedback zum Sportprogramm. Die Mediziner raten daher, den Patienten während der Chemotherapie die körperliche Aktivität anzubieten. Klima- und wetterbedinge Barrieren könnten z.B. durch Trainingsräume in Kliniken reduziert werden. Die Motivation der Patienten bei Nebenwirkungen durch Informationen über positive Trainingseffekte auf den weiteren Behandlungsverlauf könnten zur Wiederaufnahme des Sportprogramms motivieren.

Nina Altenhoff-Zabel

 

Bild: © Bilddatenbank LSB NRW I Bowinkelmann

 

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