Nach 21 Jahren Abstinenz – TVK wird Stadtmeister im Männer-Achter

Erfolge beim 54. Essener Stadtachter der Männer und 20. Essener Stadt-Vierer der Frauen

Am 29. September 1962 wurde er zum ersten Mal ausgetragen, damals noch auf der Regattastrecke des Baldeneysees: der Essener Stadtachter der Männer. Der silberne Stadtteller, der von der Stadt Essen ausgegebene Wanderpreis, gilt als einer der begehrtesten Pokale im Essener Rudersport. Von manchen Aktiven wird der Gewinn wertvoller eingestuft als eine Weltmeisterschaftsmedaille. „Auch wenn dies wohl eher Legende ist, macht es jedoch deutlich, wie wichtig dieses Rennen in Essen genommen wird“ bewertet Dr. Michael Evers, Abteilungsleiter Rudern beim Turnverein 1877 e.V. Essen-Kupferdreh (TVK), die Veranstaltung und führt aus: „Von den sechs Essener Rudervereinen sind bislang erst vier in die Schale eingraviert. Die TVK Ruderriege war insgesamt fünfmal erfolgreich und konnte sich zuletzt 1994 gegen den die Stadtmeisterschaft dominierenden ETUF durchsetzen.“

In diesem Jahr hatten sich wiederum acht TVK-Recken gefunden, welche endlich wieder einmal die Siegesserie des ETUF durchbrechen wollten. Getrieben durch Jugendwart Philipp Böning sowie Trainer und „Weltmeistermacher“ Frank Decker fand sich mit Ben Kovacs, Jan Thiesbrummel, Jannik Heil, Dominik Drüke, Max Lauterbach, Francis Kinda-Olinga, Felix Michalik, Sebastian Ridder und Steuerfrau Julia Kovacs eine hochmotivierte und trainingsfleißige Mannschaft zusammen.

„Das Stadtachter-Rennen hat seine eigenen Gesetze, gerade am Start wird gerne getrickst. Da muss die Mannschaft höllisch aufpassen, um nicht schon am Start zu verlieren“, unkte Evers, der selbst 1982 im Boot gesessen und den Stadtpokal gewonnen hatte. Und tatsächlich – der ETUF-Achter legte einen Frühstart am Rande des Erlaubten hin, „klaute“ damit ein paar Meter und führt nach dem Start das Vier-Boote-Feld vor dem TVK, KRG und RaB an. Doch die rennerprobten TVK-Ruderer ließen sich davon nicht einschüchtern, zogen vielmehr nach 300 m mit dem ETUF gleich. Bis zur 500 m Marke ging es dann auf einer Höhe weiter – dort begann dann die Triumphfahrt des TVK. Schlag auf Schlag fuhr die Mannschaft den anderen Booten 10-20 cm davon, so dass sich bis ins Ziel fast eine Länge Vorsprung aufgebaut hatte. Die Zuschauer bejubelten den TVK Achter als er die Ziellinie überquerte und die Stadtmeisterschaft 2015 endlich wieder nach Kupferdreh holte.

Zeitgleich wird auch Essener Stadt-Vierer der Frauen ausgetragen. Erstmals in 1995 mit ins Programm aufgenommen, fand die Veranstaltung nunmehr zum 20. Mal statt. Hier konnte sich der TVK bislang noch nicht in die Siegerliste eintragen. Mit den U19-WM Gold-Gewinnerinnen Laura Kampmann und Franziska Ott, ergänzt um Julia Schnelting und Nele Michalik konnte der TVK jedoch in diesem Jahr eine hervorragende Mannschaft ins Rennen schicken. Am Ende reichte es nicht ganz, um die Top-Frauen des ETUF in Bedrängnis zu bringen. Mit einem technisch blitzsauberen Lauf gelang aber immerhin ein sehr respektabler zweiter Platz.

Bürgermeister Rudolf Jelinek überreichte im Namen der Stadt Essen gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Essener Ruder-Regattavereins, André Ströttchen, den silbernen Stadtteller an das siegreiche Team des TVK Männer-Achters. Das Grinsen in den Gesichtern der Ruderer aus Kupferdreh war mit Abstand das breiteste von allen –  und das bei insgesamt mehr als 1.000 Wassersportlern, die aus dem gesamten Bundesgebiet an der zweitägigen Veranstaltung teilgenommen hatten.

TVK

Bild: © TVK (Siegerehrung der Stadtmeister, hinten der Männer-Achter mit Gewinner TVK, vorne der Frauen-Vierer mit Gewinner ETUF sowie (von links nach rechts) Dr. Michael Evers (Vorsitzender Ruderriege TVK Essen), Andre Ströttchen (Vorsitzender Essener Ruder-Regatta-Verein), Bürgermeister Rudolf Jelinek und Sybille Meier (Vorsitzende der Kettwiger RG als Ausrichter)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *