RWE-Ehrenmitglied Willi Lippens drückt Deutschland die Daumen

Wenn von den bekanntesten Essener Sportlern die Rede ist, dann fällt zwangsläufig sein Name. Im Gegensatz zu Helmut Rahn, der bei der Fußball-WM 1954 mit seinen beiden Toren maßgeblichen Anteil am „Wunder von Bern“ hatte und ein Jahr später mit Rot-Weiss Essen Deutscher Meister wurde, war Willi Lippens jedoch kein Titel vergönnt. Trotz seiner herausragenden Fähigkeiten bestritt er nur ein einziges Länderspiel – und das ausgerechnet für die Niederlande. Sein Vater, ein Holländer, wollte es so.

Dennoch war „Ente“ Lippens, der mit seinem Watschelgang reihenweise die besten Verteidiger der Nation vernaschte, einer der besten Linksaußen, die es je gab. Vor wenigen Tagen wurde der heute 68-Jährige, der nur einen Steinwurf von der Karnaper Stadtgrenze auf dem Hof "Mitten im Pott" mit dem Restaurant "Ich danke sie" lebt, auf der Mitgliederversammlung der Rot-Weissen zum Ehrenmitglied ernannt. Und nach wie vor ist Lippens ein begehrter Gesprächspartner.

Hallo Herr Lippens, wie intensiv verfolgen Sie die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien?

Lippens: Ist ja klar, dass man sich die Spiele anguckt, wenn es möglich ist.

Was war für Sie denn die bisher größte Überraschung bei dieser WM?

Lippens: Die Griechen überraschen mich immer wieder positiv, auch wenn Sie jetzt ausgeschieden sind. Und mit Costa Rica im Viertelfinale konnte man ja auch nicht unbedingt rechnen.

Wie haben Ihnen die bisherigen Auftritte der deutschen Nationalmannschaft gefallen?

Lippens: Die Deutschen spielen wie immer – nicht so gut, aber dafür zweckmäßig. Zum Schluss sind sie immer dabei. Alles Andere zählt nicht.

Was erwarten Sie von den Deutschen im Viertelfinale gegen Frankreich?

Lippens: Die Franzosen liegen uns ja. Meist spielen sie schnell nach vorn, vergessen dabei allerdings, das Tor zu machen. Die Deutschen wiederum schlagen eiskalt zu. Ich glaube, dass sie auch diesmal gewinnen werden.

Wer ist Ihr WM-Favorit?

Man muss die Heimmannschaft nennen, auch wenn Brasilien bisher noch nicht so überzeugt hat. Ansonsten sind es die üblichen Verdächtigen – Deutschland, Holland, Argentinien.

Und was machen Sie, wenn es zum Finale Deutschland – Niederlande kommen sollte?

Da hab ich keine Probleme mit, das Thema Holland ist für mich abgehakt. Die haben mich ja damals schwer betrogen. Sollte es zu dem Finale kommen, drücke ich natürlich Deutschland die Daumen.

Michael Köster

Bild: © Rot-Weiss Essen

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