Saisonstart in der Frauenfußball-Bundesliga: Interview mit SGS-Trainer Markus Högner

In der Fußball-Bundesliga der Männer ist Essen schon lange nicht mehr vertreten. 1977 stiegen die Rot-Weissen zum dritten Mal ab und träumen bis heute vergeblich von einer  Rückkehr in die Beletage. In der Fußball-Bundesliga der Frauen ist Essen hingegen seit vielen Jahren vertreten. Die SG Schönebeck hat sich längst zu einer festen Größe entwickelt und mit der Teilnahme am DFB-Pokalfinale im Mai den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte gefeiert. Mit dem Derby beim MSV Duisburg beginnt am Sonntag (11 Uhr, PCC-Stadion) die neue Spielzeit. Und Trainer Markus Högner (46), einst Zweitliga-Profi bei Alemannia Aachen und nun im fünften Jahr bei der SGS, will mit seiner jungen Mannschaft den nächsten Schritt schaffen.

Im Pokalfinale im Mai durfte sich Ihre Mannschaft vor einem Millionenpublikum präsentieren. Sehen Sie das Spiel gegen den 1. FFC Frankfurt trotz der 0:3-Niederlage als Chance oder eher als Hypothek?

Högner: Das war eher eine Chance, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass wir in Essen gute Arbeit leisten und auf einem guten Weg sind, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.

In der vergangenen Bundesliga-Saison belegte ihre Mannschaft trotz bescheidener Mittel einen respektablen sechsten Platz. Wie ist Ihre aktuelle Zielsetzung?

Högner: Zunächst einmal wollen wir möglichst schnell die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt erreichen und dann natürlich wie im letzten Jahr die Besten im Westen sein.

Sechs Siege, zwei Unentschieden – sind Sie zufrieden mit der Vorbereitung?

Högner: Auf alle Fälle. Wir hatten auch eine Phase, da lief es nicht so gut, doch dafür bin ich sogar dankbar. Schließlich haben uns ja auch unsere U20-Europameisterinnen in der Vorbereitung gefehlt.

Wer von Ihren Neuzugängen hat die besten Chancen auf einen Platz in der Startformation?

Högner: Das ist schwierig zusagen, da Margarita Gidion jetzt erst wieder ins Training einsteigt. Janina Meißner aus Hoffenheim ist auf einem guten Weg, sie ist in Essen angekommen.

Am Sonntag geht es gleich zum Derby nach Duisburg. Wie stark schätzen Sie den MSV ein?

Högner: Die letzten drei Spiele gegen Duisburg haben wir überzeugend gewonnen. Der Trainerwechsel hat dort allerdings neuen Schwung gebracht. Die werden am Sonntag zumindest hochmotiviert sein.

Am 7. September kommt dann der mehrmalige Deutsche Meister und Europapokalsieger Turbine Potsdam zur Heimpremiere ins Stadion Essen. Ist die Hafenstraße bereits eine neue Heimat der SGS geworden, oder sehnen Sie sich nach der alten Spielstätte Am Hallo?

Högner: Trainerstab wie Mannschaft fühlen sich an der Hafenstraße heimisch. Ich glaube, es war schon der richtige Schritt, ins Stadion Essen zu gehen.

Michael Köster

Bild: © SGS Essen

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