„Sei zickig!“ bringt Laura Kampmann ins Finale der Ruder-Europameisterschaften

Aufgrund der hervorragenden Vor-Ergebnisse in der laufenden Saison hatte der Deutsche Ruderverband fünf Boote für die Europameisterschaften der Junioren in Racice (Tschechien) nominiert. Mit dabei die 17-jährige Top-Sportlerin Laura Kampmann des Turnvereins 1877 Essen-Kupferdreh (TVK) mit ihrem Trainer Frank Decker vom Bundesstützpunkt Nachwuchs in Essen sowie ihrem neuen Boot, dass von der "Thormählen-Stiftung" speziell für Laura zur Verfügung gestellt worden war.

Zunächst war Laura nicht wie erhofft in die EM-Rennen gestartet. Am Samstagmorgen im Vorlauf musste sie Holland, Großbritannien und dann auch noch Bulgarien an sich vorbeiziehen lassen, so dass ihr nur der Weg nachmittags über den Hoffnungslauf blieb, um noch den Weg ins Halbfinale zu schaffen. Hier konnte Laura, trotz des weiterhin starken seitlichen Gegenwindes direkt vom Start die Initiative übernehmen und einen souveränen Sieg über die 2.000-Meter-Distanz einfahren.

Im Halbfinale am Sonntagmorgen, wo sie mindestens Dritte werden musste, um das Finale zu erreichen, machte Laura es dann ganz spannend: Nach fast 1.000 geruderten Metern führten Niederlande und Serbien vor Laura. Doch dann verlor Laura bei der Streckenhälfte auch noch den 3. Rang an Belgien. Sie selbst erzählte nachher, dass sie an dieser Stelle dachte "Mensch, jetzt ist das Finale verloren!". Doch dann erinnerte sie sich an die Worte ihres Trainers Frank Decker: "Sei zickig!" – und startete bereits bei 1.500 Metern einen langgezogenen Endspurt, womit sie die lange an 3. Stelle liegende Serbin überrudern und dieses auch ins Ziel bringen konnte. Das Rennen gewann die Niederländerin klar vor Belgien. Mit Rang drei zog Laura aber überglücklich ob dieser famosen Leistung ins A-Finale am Nachmittag ein.

Im Finale steckten Laura jedoch die drei harten Vorentscheidungen innerhalb der letzten 32 Stunden mit dem starken Gegenwind in den Knochen. Auf der eher ungünstigen Außenbahn rudernd überquerte sie schließlich auf dem 6. Platz die Ziellinie. In bester Verfassung hätte sie sicherlich auch einen Medaillenplatz angreifen können. Trainer Decker stellte hinterher fest: "Laura ist wirklich tolle Rennen gefahren. Zudem haben wir gelernt, woran noch zu arbeiten ist, um das eigentliche Ziel, die Qualifikation für die Junioren-Weltmeisterschaften Anfang August in Rio de Janeiro/Brasilien zu erreichen."

Das Final-Rennen dominierte erneut die Niederländerin Keuser, die bereits zur 500m-Marke mit gut drei Längen führte und den Vorsprung verteidigte. Dahinter ging es durcheinander. Die Bulgarin rollte das Feld von hinten auf und gewann Silber. Äußerst knapp dahinter kam Kroatien vor Belgien, Großbritannien und Deutschland auf Bronze.

Ruderriege TVK

Bilder: © TVK

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