Sport in diesen Tagen – Idee zum autofreien Sonntag

– Gedanken zum sportlichen Miteinander in Zeiten von Krisen –
von Prof. Dr. Ulf Gebken, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften Universität Duisburg-Essen, 30.04.2020:

„Entstaubt die Tischtennisplatten! Entdeckt den autofreien Sonntag!“ Freizeit- und Breitensport für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen wird bald wieder möglich sein. Aber anders und unter Wahrung der wegweisenden zehn Leitplanken des Deutschen Olympischen Sportbundes. Ohne Abstand halten, kleine Übungsgruppen und Einhaltung der Hygieneregeln wird es nicht gehen. Springen, Laufen, Gleiten, Fitness im Park, Tennis und Tischtennis erleben schon jetzt eine Renaissance. In den Sporthallen werden die sperrigen und vermeintlich verstaubten Tischtennisplatten wiederentdeckt. Dieses bereits unseren Großvätern bekannte einfache Spiel kann Menschen von jung bis alt ganz einfach zum Mitspielen bewegen. Auch wenn Rundlaufspiele nicht möglich sein werden, können Einzelspiele schon jetzt starten, denn die Distanz bleibt gewahrt. Allerdings sollten die beiden Spieler*innen jeweils nur mit den eigenen Bällen spielen und nicht die Bälle des anderen in die Hand nehmen. So kann der eine mit weißen, der andere mit gelben Bällen spielen. Dies ist auch im Tennis, Badminton und Speedminton umsetzbar. Fitnesskurse in Parks und an öffentlichen Sportgeräten sind für Erwachsene eine gute Alternative. Diese Angebote müssen nur koordiniert, angeleitet und betreut sowie Geräte regelmäßig desinfiziert werden. Mein Appell: „Hört auf zu jammern und zu schimpfen, sondern erkennt eure Chancen!“

Selbst Fußball für Kinder halte ich für möglich. Dann aber angelehnt an das Funino- Spiel mit der Spielkonstellation drei Kinder gegen weitere drei.

Warten, wahrscheinlich noch sehr lange warten, müssen die Sportler*innen, die sich mit vielen Spieler*innen ein Gerät teilen – wie Hand- und Basketball. Diese Kontaktsportarten wird man und kann man so schnell nicht erlauben. Die Fachverbände dieser Sportarten sollte sich aufgefordert fühlen, kreativ die Regeln zu verändern, damit ihre Mitglieder diese Spiele wieder spielen können. Denkbar sind „Challenges“, wie beispielsweise eine „Eins gegen eins“- Situation in distanzwahrenden Zonen.

Inlineskaten, Skateboardfahren oder Radfahren, allerdings aufgrund der drohenden Ansteckungsgefahr nicht im Windschatten, boomen bereits jetzt und finden auf den Trassen im Ruhrgebiet und im Bergischen Land besonders an den Wochenenden zu wenig Platz. Warum wagen wir es nicht, am Wochenende die Straßen für den Autoverkehr zu sperren und für Radfahrer*innen, Skater, Fußgänger freizugeben? Autofreie Sonntage 2020 bieten den Menschen ausreichend Raum für Bewegung. Wir sollten dieses Experiment wagen. Es wird ganz sicher mehr Bewegung (aber mit Abstand) bewirken.

Prof. Dr. Ulf Gebken

© Bild: Bilddatenbank LSB NRW, A. Bowinkelmann

 

 

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