TVK 1877 freut sich über erfolgreiche Ruderer

Bereits vor drei Wochen feierte die Ruderriege des Turnvereins 1877 e.V. Essen-Kupferdreh die vorzeitige WM-Qualifikation von Laura Kampmann (Nationalmannschaft der Skull-Ruderboote) sowie ihres Trainers Frank Decker. Das dritte „heiße Eisen“ im Feuer für die U19-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro war Franziska Ott. Sie musste jedoch ihre guten Vorleistungen erst noch bestätigen, um in die Riemen-Nationalmannschaft definitiv einbezogen zu werden. Es klappte – auf den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften vom 25.-28.06.2015 in Köln zeigte sie hervorragende Leistungen. Der Gewinn der Bronze-Medaille sowohl im Juniorinnen-Vierer o.Stf. als auch im abschließenden Juniorinnen-Achter und die physisch starken Leistungen auf dem Ruder-Ergometer überzeugten Bundestrainerin Brigitte Bielig. Sie sagte nüchtern: „Franziska brauchen wir unbedingt im Vierer oder Achter, um gegen die starke internationale Konkurrenz bestehen zu können.“ Welch ein Lob von höchster Stelle – Franzi strahlte dementsprechend mit der Sonne um die Wette und freut sich auf Brasilien Anfang August.

Apropos Sonne, die war während der 4-tägigen Jugendmeisterschaften äußerst präsent. Sie vertrieb den angekündigten Regen und sorgte mit hochsommerlichen Temperaturen dafür, dass es nicht nur bei den Rennen heiß her ging. Für die Aktiven wird dies mitunter zum einem Problem werden und diesmal erwischte es ausgerechnet die TVK-Vorzeigeathletin Laura Kampmann. Souverän hatte sie sich mit Siegen im Vorlauf und Halbfinale in den Endlauf gerudert, in dem sie sich nach dem Start auch gleich wieder an die Spitze des Feldes setzte. Laura erinnert sich: „Bei der Streckenhälfte betrug mein Vorsprung mehr als eine Länge, doch 750 Meter vorm Ziel verengte sich mein Gesichtsfeld und ich fuhr in einen Tunnel. An die letzten 250 Meter kann ich mich gar nicht mehr erinnern.“ Laut Regattaarzt ereilte sie offenbar ein Sonnenstich, so dass sie wie in Trance mit letzten Kräften über die Ziellinie rettete, bevor sie in ihrem Boot zusammenbrach. Sie realisierte erst viel später, dass eine ihrer Konkurrentinnen die Schwäche bemerkt und einen Schlussangriff gestartet und ihr so auf den letzten Metern die Goldmedaille noch weggeschnappt hatte. Ihren Einsatz im noch vorgesehenen Doppelvierer konnte Laura vergessen, denn es dauerte einige Zeit bis sie wieder auf den Beinen war. An ihrer Stelle sammelte die Ersatzfrau eine weitere Silbermedaille ein.

TVK-Ruderkollege Jan Thiesbrummel kam deutlich besser mit der Hitze zurecht. Er und sein Partner Henning Sprossmann vom ETUF hatten noch eine Rechnung offen. Beim letzten Test in Hamburg war am Ende nur ein Boot schneller und hier in Köln wollten sie den Spieß umdrehen. In einem furiosen Rennen mussten sie jedoch den Siegern von Hamburg erneut den Vortritt lassen und wurden zweitschnellstes Boot von Deutschland. Damit aber nicht genug, denn die beiden traten zudem in einem Renngemeinschafts-Leichtgewichts-Achter an. Die „Leichten“ – Durchschnittsgewicht von max. 65 kg – sind dafür bekannt, dass sie sich erst auf der Ziellinie geschlagen geben und so wurde in diesem Rennen dann auch die knappste Entscheidung des Tages ausgefahren. Nur auf dem Zielfoto war der hauchdünne Vorsprung erkennbar, den Jan mit seinem Achter vor den Drittplatzierten herausfahren konnte. Jan freute sich dennoch riesig über 2 x Silber.

Nele Michalik hatte in Hamburg zwar ihre aufsteigende Tendenz im Leichtgewichts-Einer U17 gezeigt, dennoch war das gesteckte Ziel – für die erst 15-jährige Nachwuchsruderin – im ersten Jahr bei den DJM nur das Erreichen des „kleinen Finales“ der 12 besten Deutschen. Mit tollen Rennen im Vorlauf und Hoffnungslauf sicherte sich Nele das Halbfinale. Hier zeigte sie dann ein famoses Rennen und überrumpelte ihre Gegnerinnen mit einem sehr früh angesetzten Endspurt. Sie gewann das Rennen deutlich und drang so überraschend ins „große Finale“ vor. Nun aber zollte der krankheitsbedingte Trainingsrückstand aus dem Winter seinen Tribut. Im mittlerweile vierten Rennen fehlte ihr die zuvor gezeigte Spritzigkeit und so fuhr sie „nur“ als Sechste ins Ziel. „Trotzdem eine überaus tolle Leistung“ konstatierte ihre sichtlich stolze Trainerin Susanne Powierski und ergänzte: „Gerade im Halbfinale ist Nele über sich hinaus gewachsen. Im nächsten Jahr fährt sie sicherlich um eine Medaille mit.“

Neles Bruder, Felix Michalik, tat es seiner Schwester gleich und belegte im Leichtgewichts-Vierer U19 seiner Renngemeinschaft im Endlauf ebenfalls den sechsten Platz. Einen tollen fünften Platz erreichte der Mädchen-Doppelvierer U17 mit Paulina Bujalla, die über Vorlauf und Hoffnungslauf ebenfalls ins A-Finale vorgedrungen waren.

Der Steuermann der Ruderriege, Lukas Rosenstengel, war gleich für zwei Boote des Teams NRW an die Steuerseile berufen worden. Im Junior-Vier m.Stm. U19 führte er seine Mannschaft zunächst auf einen fünften Platz. Im letzten Rennen des Tages, dem Junior-Achter U19, reichte es dann zur unbändigen Freude der Mannschaft sogar für Platz vier. Als einziger Starter des TVKs in der Klasse U23 war Jannik Heil vertreten. In seinem ersten Seniorjahr ruderte er im leichten Männer-Doppelvierer mit Partnern aus Münster, Dortmund und Siegburg, verpasste nur am Ende nur knapp die Bronzemedaille.

Diana Ricken

Bild: © TVK 1877

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