TVK-Trainer Decker führt Frauen-Zweier zu WM-Silber

Erfolgstrainer der Kupferdreher Ruderriege landet seinen nächsten Coup

Essen, 23. August 2018 – Am 29. Juli 2018 wurden die Medaillen der U23-Weltmeister-schaften ausgefahren. Mit dabei war der Trainer der Ruderriege des Turnverein 1877 e.V. Essen-Kupferdreh, Frank Decker. Vom Deutschen Ruderverband (DRV) hatte er den Auf-trag erhalten, den Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier zu formen und bei den Wettkämp-fen zu betreuen. Bereits im Mai lud die U23-Bundestrainerin Bielig mit Trainer Decker am „Bundesstützpunkt Nachwuchs“ in Essen zu einem zentralen Trainingswochenende ein, um aus vier Ruderinnen einen schlagkräftigen Leichtgewichts-Doppelzweier zu bilden. Bei der Hügelregatta auf dem Baldeneysee in Essen konnte das frisch gebildete Boot mit Sophia Krause (Limburger Club für Wassersport von 1895/1907 e.V.) und Kathrin Volk (Ruderclub Undine e.V. Radolfzell) dann bereits gegenüber der nationalen und internationalen Konkur-renz ein deutliches Zeichen setzen und einen ersten Sieg einfahren. Nach weiteren Siegen auf der Internationalen Regatta Ratzeburg und bei der Deutschen Jahrgangsmeisterschaft U23 in Köln wurden die beiden Athletinnen Krause und Volk mit Trainer Decker vom DRV für die U23-Weltmeisterschaft nominiert.

Um den letzten Feinschliff für den Saisonhöhepunkt vorzunehmen, ging es ins Trainingsla-ger an die Ruderakademie Ratzeburg. Am Ende stellte Decker fest: „Wir hatten am Ratze-burger See ideale Bedingungen – entsprechend entwickelten sich Training und Stimmung. In jeder Einheit habe ich gemerkt, wie viel Spaß die beiden Mädels in ihrem Zweier haben.“ Am 22. Juli fuhrt der DRV-Tross dann nach Posen an den Maltasee, wo vom 25. bis 29 Juli fast 900 Athleten aus 55 Nationen um die WM-Medaillen kämpfen sollten.

Die intensive Vorbereitung war wichtig. Dies zeigte bereits die Auslosung der Vorläufe des 19-Boote-Feldes, denn dem deutschen Leichtgewichts-Frauen-Doppelzweier bescherte sie einen der schwersten. Mit offensivem Rennangang versuchte das Team von Trainer Decker seine Startstärke auszuspielen, setze sich an die Spitze, um das 5-Boote-Feld der Verfolge-rinnen zu kontrollieren. Aber Schweiz und Griechenland kämpften erbittert um die zweite Position, die den direkten Einzug ins Halbfinale bescherte. Dieser Zweikampf schloss die Lücke zu den führenden Deutschen, die nichts entgegnen konnten und beide ziehen lassen mussten. So war der zusätzliche Weg über den Hoffnungslauf erforderlich. Trainer Decker konstatierte: „Dieses Erlebnis war ein gewisser Schock. Der angedachte Erfolg, die Final-teilnahme mit Kampf um die Medaillen, war in weite Ferne geraten.“
Im Hoffnungslauf lautete die Aufgabe erneut, einen der ersten beiden Plätze zu erzielen. Wiederum führte das deutsche Boot die ersten 1.000 Meter, um am Ende mit einigem Vor-sprung vor den USA den 2. Platz und den Einzug ins Halbfinale zu verteidigen. Trainer De-cker sah sich in der Herausforderung bestätigt: „Wir müssen weiter an der taktischen Ein-stellung arbeiten!“

So sollte das Halbfinale erneut sehr spannend werden. Startschnell diesmal die Britinnen. Erst ab Rennmitte zogen die Deutschen an, um bei 1.500 Metern in einen Vierkampf um die drei Finalplätze einzutreten. Kopf-an-Kopf überquerten die ersten drei Boote innerhalb von
0,3 Sekunden die Ziellinie, wobei die Deutschen mit 14 Hundertstel Rückstand Zweiter wa-ren. Damit waren sie im Finale. Bugfrau Katrin Volk stellte ausgepumpt, aber erleichtert fest: „Damit haben wir unser Mindestziel erstmal erreicht.“

Nach einem schnellen Start übernahm das Boot aus Großbritannien im Finale die Führung, dicht gefolgt von den Deutschen, Griechen und Italienern. Innerhalb von 2 Sekunden über-querten die ersten drei Boote die 1.000-m-Marke. Als Dritte gingen die Athletinnen von Trai-ner Frank Decker hinter den Italienerinnen und Britinnen auf die letzte Teilstrecke. Dort be-wiesen erneut ihre Sprintqualitäten, schoben sich in einem spannenden Finish an den Bri-tinnen vorbei – und gewannen schließlich Silber. Trainer Decker war fast genauso platt wie seine Schützlinge, führte aber überglücklich und cool aus: „Das Rennen lief total nach Plan. Wenn man zweimal merkt, man kommt mit dem einen Weg nicht auf dem Berg, dann muss man einen anderen Weg wählen. Die Rennverläufe glichen schon einer Achterbahnfahrt, es hätte alles passieren können. Aber die beiden waren heute wirklich gut drauf und haben ge-nau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“

Diana Ricken

 

Bild: © Christian Schwier

 

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